Geopunkt an der Kiesgrube Uhry
Highlights
- Der Geopunkt an der Kiesgrube Uhry zeigt spektakuläre Quarzsand-Abbauwände und einen 45 Tonnen schweren Riesenfindling.
- Hier brüten Uferschwalben in Sandsteilwänden, während Eisvögel und Kreuzkröten neue Lebensräume nutzen.
- Bildungsangebote vermitteln Erdgeschichte, Ökologie und Steinzeit – ideal für Schulklassen und Kindergärten.
Tipps
- Der Geopunkt an der Kiesgrube Uhry zeigt durch transparente Informationstafeln die geologischen Prozesse, die zur Entstehung von Quarzsanden und historischen Bodenschätzen führten.
Eigenschaften
Geopunkt Uhry – Kulturdenkmal Königslutter am Elm
Am Geopunkt an der Kiesgrube Uhry in Königslutter am Elm öffnet sich ein faszinierender Blick in die Erdgeschichte des Elms. Die hellweißen Quarzsande, die hier abgebaut werden, erzählen von jahrtausendealten Prozessen – von Eiszeiten, die diese Sedimente formten, bis hin zu den wertvollen Bodenschätzen wie Erz, Salz, Kohle und Erdöl, die in der Region entstanden. Die Kiesgrube ist dabei nicht nur ein Ort des Rohstoffabbaus, sondern auch ein lebendiges Beispiel dafür, wie menschliche Eingriffe in die Natur neue Ökosysteme schaffen können.
Besonders beeindruckend ist der 45 Tonnen schwere Riesenfindling, der während der Abbautätigkeiten zu Tage trat und heute am Parkplatz mit Informationstafeln steht. Die Tafeln vermitteln nicht nur geologische Zusammenhänge, sondern zeigen auch, wie sich die Landschaft durch den Sandabbau verändert hat. In den steilen Sandwänden haben sich dabei überraschend Lebensräume für seltene Arten entwickelt: Uferschwalben brüten hier in ihren charakteristischen Röhren, während Eisvögel, Kreuzkröten und wärmeliebende Insekten die neuen Strukturen nutzen. Die Grube wird so zu einem Mikrokosmos der Biodiversität, der zeigt, wie Abbau und Naturschutz Hand in Hand gehen können.
Der Geopunkt ist auch ein wichtiger Lernort für Schulen und Kindergärten. Seit über einem Jahrzehnt werden hier Führungen, Erlebnistouren und Workshops angeboten, die Fächer wie Sachunterricht, Biologie, Geschichte und Geografie verbinden. Kinder und Jugendliche können hier spielerisch die Themen Wald, Wasser, Ökologie oder die Steinzeit erkunden – etwa durch praktische Experimente oder Exkursionen in die geologische Landschaft. Die Natur wird dabei nicht nur als Spielplatz erlebt, sondern als lebendiges Klassenzimmer, das Körpererfahrung und wissenschaftliches Verständnis fördert.
Durch die erfolgreiche Arbeit vor Ort wurde der Standort als Teil des Geoparks Harz – Braunschweiger Land – Ostfalen ausgezeichnet, was die Bedeutung der Region für den Geotourismus unterstreicht. Maßnahmen wie zusätzliche Informationstafeln, englische Übersetzungen und gezielte Bildungsangebote sollen die Sichtbarkeit weiter erhöhen. Der Geopunkt zeigt damit, wie Abbaugebiete zu Orten der Aufklärung, des Umweltschutzes und des interaktiven Lernens werden können – ein Beispiel für nachhaltige Naturvermittlung inmitten des Elm.