Märchenbrunnen von Elfriede Ducke und Hanna Studnitzka
Highlights
- Der Märchenbrunnen am Richard-Wagner-Platz entstand 1971–72 mit drei Plastiken von Elfriede Ducke und Hanna Studnitzka.
- Nach Überbauung des Sachsenplatzes (2002/2017) fanden die Figuren 2013 ihren neuen Standort als geschützte Pusteblumen.
- Die Künstlerinnen gestalteten 1965 neue Figuren für den sanierten Mägdebrunnen, der 1993 umfassend renoviert wurde.
Tipps
- Der Brunnen befindet sich in einem öffentlich zugänglichen Parkbereich, der durch begrünte Flächen und Sitzgelegenheiten eine ruhige Atmosphäre für einen Besuch bietet.
Eigenschaften
Märchenbrunnen Leipzig – Kulturdenkmal entdecken
Der Märchenbrunnen von Elfriede Ducke und Hanna Studnitzka zählt zu den prägendsten Kunstwerken im öffentlichen Raum Leipzigs und vereint handwerkliche Meisterschaft mit poetischer Fantasie. Entstanden im Jahr 1965, entstand die Anlage im Zuge der Neugestaltung des Roßplatzes – eines zentralen Ortes in der Innenstadt, der seit jeher als Ort des Austauschs und der Begegnung gilt. Die beiden Leipziger Künstlerinnen Elfriede Ducke und Hanna Studnitzka schufen hier eine einzigartige Symbiose aus Architektur und Skulptur, die bis heute Besucher:innen in ihren Bann zieht. Der Brunnen ist ein Beispiel für den künstlerischen Aufbruch der DDR-Zeit, in der öffentliche Kunstwerke zunehmend als Ausdruck gesellschaftlicher Werte und ästhetischer Innovation dienten.
Der Brunnen besticht durch seine fantasievollen Figuren, die in lebendigen Szenen aus der Welt der Märchen und Sagen arrangiert sind. Die Plastiken zeigen mythische Gestalten wie Feen, Zwerge und sprechende Tiere, die in harmonischer Wechselwirkung mit dem fließenden Wasser stehen. Besonders bemerkenswert ist die detailreiche Ausführung der Figuren, die durch ihre expressiven Gesichter und dynamischen Posen eine fast greifbare Atmosphäre schaffen. Die Materialwahl – vor allem Bronze und Stein – unterstreicht die Beständigkeit der Anlage, während die Wasserführung eine fröhliche, fast märchenhafte Stimmung erzeugt. Der Brunnen dient nicht nur als Wasserspender, sondern lädt zum Verweilen und Träumen ein und wird so zum lebendigen Teil des urbanen Raums.
Der Roßplatz, auf dem der Märchenbrunnen steht, war bereits seit dem 17. Jahrhundert ein Ort mit besonderer Bedeutung. Ursprünglich als Pferdemarkt genutzt, entwickelte er sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem zentralen Verkehrsknotenpunkt und einem Schauplatz für öffentliche Veranstaltungen. Die Anlage des Brunnens markierte einen Wendepunkt in der Gestaltung des Platzes, der seitdem als kulturelles Zentrum Leipzigs gilt. Neben dem Märchenbrunnen prägen weitere historische Brunnen wie der Mägdebrunnen oder der Villersbrunnen das Stadtbild – doch der Märchenbrunnen hebt sich durch seine fantasievolle Gestaltung besonders hervor. Er steht damit in der Tradition Leipziger Brunnenkunst, die sich von schlichten Versorgungsanlagen zu künstlerischen Hingabestücken entwickelte.
Der Märchenbrunnen von Elfriede Ducke und Hanna Studnitzka ist nicht nur ein architektonisches Juwel, sondern auch ein Stück Leipziger Kulturgeschichte. Er spiegelt den Wandel der Stadt wider, in der Kunst und Alltag untrennbar verbunden sind. Durch seine lebendige Gestaltung und die ansprechende Ästhetik bleibt er ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Tourist:innen gleichermaßen. Besonders im Sommer, wenn das Wasser sprudelt und die Sonne die Figuren in warmes Licht taucht, wird der Brunnen zum Magnet für Spaziergänger:innen, die hier eine Pause einlegen oder einfach die magische Atmosphäre genießen. Als geschütztes Kunstwerk der Stadt Leipzig trägt er dazu bei, das kulturelle Erbe der Stadt lebendig zu halten und gleichzeitig eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schlagen.