Denkmal/Gedenkstätte

ehemalige Synagoge Lörrach

Teichstraße 9, 79541 Lörrach

Highlights

  • Die Synagoge dient heute als Ort des interreligiösen Dialogs und des jüdischen Gemeindelebens in der Kreisstadt.

Tipps

  • Die ehemalige Synagoge bietet eine Führung an, die Einblicke in die Geschichte des jüdischen Lebens in Lörrach sowie die Architektur des Gebäudes vermittelt.
  • Ein barrierefreier Zugang ermöglicht es allen Besuchern, die Gedenkstätte ohne Hindernisse zu erkunden und die Ausstellungen zu besichtigen.
  • Die Ausstellungen zeigen historische Dokumente und Gegenstände, die die Verbindung der jüdischen Gemeinde zur Stadt seit dem 19. Jahrhundert dokumentieren.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Synagoge Lörrach: Kulturdenkmal entdecken

Die ehemalige Synagoge in Lörrach ist ein bedeutendes Zeugnis jüdischen Lebens und kulturellen Erbes in der badischen Kreisstadt. Ursprünglich als religiöses Zentrum der jüdischen Gemeinde erbaut, steht sie heute als Mahnmal für die Geschichte der jüdischen Bevölkerung in der Region. Die Synagoge war über Jahrzehnte ein Ort des Gebets, des Zusammenhalts und der kulturellen Identität – bis sie im Zuge der nationalsozialistischen Verfolgung zerstört wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb der Ort lange Zeit eine stille Erinnerung an die Vergangenheit, bis die jüdische Gemeinde Lörrach sich ab den 1990er-Jahren neu formierte.

Seit 1995 existiert wieder eine aktive jüdische Gemeinde in Lörrach, die sich für die Pflege des jüdischen Erbes und den interreligiösen Dialog einsetzt. Die Einweihung markierte nicht nur den Beginn eines neuen Kapitels für die Gemeinde, sondern auch die Rückkehr einer Torarolle, die einst von einer Familie gerettet und über Generationen bewahrt worden war. Diese symbolträchtige Geste unterstreicht die Kontinuität jüdischen Lebens trotz der Unterbrechungen der Vergangenheit.

Die ehemalige Synagoge dient heute als Ort der Erinnerung und des Gedenkens. Sie erinnert an die Opfer des Holocaust und an die jüdische Geschichte Lörrachs, die eng mit der Region verbunden ist. Besonders hervorgehoben wird die Rolle der Gemeinde in der Pflege des interreligiösen Dialogs – etwa durch Initiativen wie die Gruppe „Abraham“, die seit 2001 das Verständnis zwischen den Religionen fördert. Auch der persönliche Einsatz von engagierten Mitgliedern wie Hanna Scheinker, die sich seit über zwei Jahrzehnten ehrenamtlich für das Gemeindeleben einsetzt, prägt das Bild einer lebendigen und weltoffenen jüdischen Präsenz in der Stadt.

Die Nähe zur Dreiländerecke Deutschland–Frankreich–Schweiz macht Lörrach zu einem besonderen Ort des Austauschs. Die jüdische Gemeinde nutzt diese Gegebenheit, um Kontakte zu Nachbarregionen zu pflegen und das Bewusstsein für jüdische Kultur zu stärken. Die Synagoge selbst ist dabei nicht nur ein religiöser Raum, sondern auch ein Ort der Begegnung – ob durch Vorträge, kulturelle Veranstaltungen oder gemeinsame Projekte. Sie steht damit für die Überwindung von Vorurteilen und die Wertschätzung einer vielfältigen Gesellschaft.

Als Mahn- und Gedenkstätte trägt die ehemalige Synagoge Lörrach dazu bei, die Erinnerung an die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung wachzuhalten. Gleichzeitig ist sie ein lebendiges Zeichen für die Rückkehr jüdischen Lebens in die Stadt. Durch ihre offene Haltung und das Engagement der Gemeinde wird sie zu einem Ort, der Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlägt – und der zeigt, wie aus Trauer und Verlust neues Leben erwächst.

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