Kleinarbersee
Highlights
- Der Kleine Arbersee liegt eiszeitlich geprägt im bayerischen Wald bei Lohberg und ist Teil eines Naturschutzgebiets.
- Durch künstliche Aufstauung entstand der See 1885, heute zählt er zu den Karseen mit drei seltenen schwimmenden Inseln.
- Ein 1,5 km langer Rundweg ermöglicht den Besuchern einen geschützten Zugang zur beeindruckenden Natur rund um den See.
Tipps
- Der 1,5 km lange Rundweg um den Kleinen Arbersee ist nicht vollständig barrierefrei, trotz gegenteiliger Aussagen.
- Schwimmende Inseln aus Moos und kleinen Bäumen sind ein seltenes Naturphänomen und dürfen nicht betreten werden.
- Der Wald rund um den See ist teilweise kahl gefallen, was die Wanderatmosphäre beeinflusst.
Eigenschaften
Über Kleinarbersee
Der Kleinarbersee in Lohberg, Landkreis Cham, Bayern, ist ein eiszeitlich geprägter Kar- und Moränensee am Fuße des Großen Arbers. Er entstand während der Eiszeiten, als sich Gletscher zurückzogen und tiefe Mulden hinterließen, die sich später mit Wasser füllten. Ursprünglich kleiner, wurde der See durch eine künstliche Aufstauung im Jahr 1885 vergrößert, um die Holztrift zu ermöglichen. Heute erstreckt sich der See über eine Fläche von rund 8,56 Hektar und zählt zu den drei historischen Karseen der Region, von denen einer bereits verlandet ist.
Ein besonderes Merkmal des Kleinen Arbersees sind die drei schwimmenden Inseln, sogenannte Schwingrasen. Diese entstanden, als durch den erhöhten Wasserstand Moose und Pflanzenfilze vom Seegrund ablösten und fortan als grün bewachsene Inseln auf dem Wasser trieben. Sie sind heute ein seltener Naturbestandteil und stehen unter Naturschutz. Der Betritt ist aus Naturschutzgründen sowie aufgrund von Sicherheitsrisiken untersagt. Die Inseln bieten Lebensraum für seltene Pflanzenarten wie die Sumpf-Weichorchis und tragen zur besonderen Ökologie des Sees bei.
Der gesamte See sowie weite Teile seiner Umgebung gehören seit 1959 zu einem Naturschutzgebiet, das 1998 erweitert wurde. Hier finden geschützte Tierarten wie der Fischotter, der Biber und das Auerhuhn geeignete Lebensräume. Aufgrund der empfindlichen Natur ist im gesamten Areal ein striktes Wegegebot vorhanden. Ein 1,5 Kilometer langer Rundweg ermöglicht dennoch einen Blick auf das Naturschauspiel des Sees. Der Weg ist teilweise nicht für Rollatoren oder Kinderwagen geeignet, wie Besuchermeinungen bestätigen. Die Wanderung vom Parkplatz Mooshütte dauert etwa 50 Minuten, kann je nach Kondition angepasst werden.
Die Landschaft rund um den Kleinen Arbersee wurde in den vergangenen Jahren durch den Borkenkäferbefall und Stürme beeinträchtigt. Im Norden des Sees zeigt sich dies in Form von kahlen Waldflächen, die den Blick auf den Großen Arber prägen. Dennoch bleibt der See ein Ort der Ruhe und ein lohnendes Ausflugsziel für Naturinteressierte. Am Westufer befindet sich das Gasthaus Seehäusl, das Einkehrmöglichkeiten bietet. Historische Fundamente einer ehemaligen Glashütte erinnern an die regionale Vergangenheit. Der Seebach fließt als Hauptzufluss durch den See und mündet später in den Weißen Regen.