Denkmal/Gedenkstätte

Vimaria-Brunnen

Markt 10, 99423 Weimar

Highlights

  • Der Vimaria-Brunnen vor dem Neuen Museum Weimar wurde 1875 eingeweiht und zählt zu den prächtigsten Brunnen der Stadt.
  • Die zentrale Figur des Brunnens, die Schutzgöttin Vimaria, wurde von Bildhauer Robert Härtel im Stil der Neorenaissance geschaffen.
  • 1937 wich der Brunnen dem Bau des Gauforums; die Statue gilt seitdem als verschollen und der Springbrunnen erinnert heute an ihn.

Tipps

  • Der heutige Springbrunnen am Jorge-Semprún-Platz erinnert an den ehemaligen Vimaria-Brunnen, der 1875 eingeweiht wurde und 1937 dem Gauforumsbau weichen musste.
  • Die ursprüngliche Brunnenfigur gilt als verschollen, ein Verkauf an eine sächsische Familie im schlesischen Heinrichau wird vermutet, aber nicht bestätigt.
  • In der Nähe befindet sich das Neue Museum Weimar, das architektonisch zum ehemaligen Stil des Vimaria-Brunnens passte.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Vimaria-Brunnen

Der Vimaria-Brunnen zählt zu den bedeutenden kulturhistorischen Denkmälern der Stadt Weimar in Sachsen-Anhalt. Ursprünglich am Jorge-Semprún-Platz vor dem Neuen Museum errichtet, war er einer der prächtigsten Brunnen der Stadt. Sein Name leitete sich von der zentralen Figur ab – der Schutzgöttin Vimaria, die in einer segnenden Haltung dargestellt war und mit der linken Hand auf dem Wappen der Stadt Weimar ruhte. Die Statue thronte auf einem verzierten Sockel und trug eine Mauerkrone, die auf die Bedeutung der Stadt als Festung und Kulturstätte anspielte.

Gestaltet wurde der Brunnen von dem Bildhauer Robert Härtel und entsprach stilistisch der Architektur des Neuen Museums, mit dem er in unmittelbarer Nachbarschaft stand. Die Materialien stammten aus verschiedenen Regionen: Die Stufen des Brunnens bestanden aus Kirchenlamitzer Granit, während der Brunnenkörper aus Sandstein gefertigt wurde, der vermutlich aus Berka oder Nebra stammte. Umgeben wurde der Brunnen von einem kunstvoll angelegten Blumenbeet, das den Platz zusätzlich aufwertete und den monumentalen Charakter unterstrich.

Der Einweihungstermin des Brunnens fiel in das späte 19. Jahrhundert. Doch bereits einige Jahrzehnte später musste er im Zuge städtebaulicher Maßnahmen weichen. Im Jahr 1937 wurde der Brunnen im Rahmen des Baus des Gauforums abgebaut. Die zentrale Figurengruppe ging daraufhin verloren und soll an eine großherzoglich-sächsische Familie im schlesischen Heinrichau verkauft worden sein, was jedoch nicht bestätigt werden konnte. Seitdem gilt die Statue als verschollen. Auch das benachbarte Asbach-Viadukt wurde im Zuge dieser Umgestaltungen abgerissen.

Heute erinnert an der ursprünglichen Stelle ein kleiner, nahezu ebenerdiger Springbrunnen an das ehemalige Prachtstück. Bei Bauarbeiten im Jahr 2005 zur Errichtung einer Tiefgarage wurde die darunterliegende Brunnenkammer weitgehend zerstört. Dennoch bleibt der Ort ein markanter Punkt in der nordwestlichen Altstadt von Weimar. Besucher berichten von einer gelungenen Kombination aus historischem Flair und städtischer Atmosphäre. Besonders beim Bummel durch die umliegende Altstadt wird der Brunnen als stimmungsvoller Teil des Stadtbildes wahrgenommen.

Während der Weihnachtszeit wird der Brunnenbereich durch Weihnachtsstände teilweise verdeckt, was ihm einen besonderen, festlichen Charakter verleiht. Auch der Genuss einer Thüringer Bratwurst von einem der umliegenden Stände gehört für viele Besucher zum typischen Weimarer Erlebnis. Mit einem Bewertungsdurchschnitt von nahezu 4,7 Sternen spiegelt der Brunnen den hohen kulturellen und ästhetischen Wert wider, den er für die Stadt Weimar darstellt.

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