Burgstall Kissing
Highlights
- Die Burgstallkapelle in Kissing ist ein barockes Marienheiligtum auf einem künstlich aufgeschütteten Burgstall.
- Sie wurde 1685 unter jesuitischer Obhut erbaut und gilt als beliebter Wallfahrtsort mit bedeutender Kunstausstattung.
- Die Kapelle beherbergt Fresken aus dem Umkreis von Matthäus Günther und einen barocken Hochaltar mit Schmiedeeisengitter.
Tipps
- Die Burgstallkapelle ist über steile Treppen erreichbar, der untere Bereich lässt sich jedoch auch ohne Besteigung besichtigen.
- Von der Kapelle aus bietet sich ein beeindruckender Blick auf das Lechtal und bei klarem Wetter bis zu den Alpen.
- Ein Rundweg über die Felder führt zum Burgstall und eignet sich gut für einen kombinierten Spaziergang.
Eigenschaften
Über Burgstall Kissing
Die Burgstallkapelle in Kissing thront erhaben auf einem künstlich aufgeschütteten Hügel am östlichen Rand des Ortes. Der Name „Burgstall“ weist auf die mittelalterlichen Ursprünge des Geländes hin, das einst Teil einer Burganlage war. Die Kapelle selbst wurde im Jahr 1685 als Marienheiligtum errichtet und gilt seitdem als bedeutendes Wallfahrtsziel in der Region. Ihre kreuzförmige Grundrissstruktur mit Kuppelbau weist deutliche Merkmale des barocken Baustils auf.
Von der Kapelle aus eröffnet sich ein beeindruckender Blick über das Lechtal bis hin zum Augsburger Stadtbild. An klaren Tagen ist sogar ein Blick auf die Alpen möglich. Der Zugang zur Kapelle erfolgt über eine stattliche Steintreppe, die auf gemauerten Bögen ruht. Unter dem ersten Treppenbogen befindet sich zudem die sogenannte Gruftkapelle mit einer historischen Darstellung des Geißelheilands aus dem Jahr 1743. Nördlich des Hügels wurde ein Kalvarienberg angelegt, und ein Kriegerdenkmal erinnert an die Opfer der Weltkriege.
Im Innenraum offenbart sich die kunstvolle Ausstattung des bayerischen Barocks. Die Stuckaturen und dekorativen Bandelwerkfüllungen stammen von bekannten Künstlern der Zeit, darunter Matthias Lotter. Fresken aus dem Umfeld von Matthäus Günther schmücken die Wände und zeigen Szenen aus dem Leben Jesu sowie die Krönung Mariens. Im Zentrum des Hochaltars steht eine überlebensgroße Figur der Schmerzhaften Muttergottes, flankiert von den Märtyrern Laurentius und Stephanus. Ein kunstreiches Schmiedeeisengitter schließt den Altarraum ab.
Die Kapelle wurde mehrfach restauriert, zuletzt in den 1980er Jahren, wobei der barocke Zustand weitgehend wiederhergestellt wurde. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs besteht in Kissing die Tradition, einmal monatlich von Mai bis Oktober in einer Prozession zum Burgstall zu pilgern. Dies geschieht als Dankeschön für das überlieferte Wunder, durch die Fürbitte der Muttergottes vor Zerstörung bewahrt worden zu sein. Ein weiteres Highlight ist die historische Weihnachtskrippe, die jedes Jahr zur Advents- und Weihnachtszeit aufgestellt wird.