Parks & Gärten

Klosterwiese Miesbach

Münchner Str. 5, 83714 Miesbach

Highlights

  • Die Klosterwiese Miesbach beherbergt die Portiunkulakirche (1659) mit achteckigem Bau und Nazarener-Fresken, erbaut auf testamentarischem Auftrag der Grafen von Hohenwaldeck.
  • Das Ensemble umfasst das historische Schulhaus und Kloster (19. Jh.), einst Sitz der armen Schulschwestern, heute Heimat der Kinderkrippe ‚Die kleinen Klostergeister‘.
  • Die Wiese verbindet Natur und Religion – ursprünglich mit Außenkanzel für Gottesdienste, später als Behelfskirche nach dem Stadtbrand 1783 genutzt.

Tipps

  • Die Portiunkulakirche zeigt im Winter durch ihre freistehende Lage und den kahlen Baumhang ein markantes Stadtpanorama mit historischer Wirkung.
  • Das ehemalige Schulhaus und Kloster beherbergen seit 2013 eine Kinderkrippe, die das Ensemble mit moderner Nutzung verbindet und erhalten bleibt.
  • Die historische Mauer entlang der Münchner Straße wurde 2015 in originalgetreuer Form rekonstruiert und unterstreicht die architektonische Kontinuität des Geländes.

Eigenschaften

Outdoor Familie Entspannt Ganzjährig

Naturpark-Ausflug Klosterwiese Miesbach

Die Klosterwiese Miesbach ist ein historisch bedeutendes Ensemble im Herzen der Stadt und ein prägender Bestandteil des miesbacher Stadtbildes. Das Gelände, das einst zu den herrschaftlichen Gütern der reichsgräflichen Residenz gehörte, verbindet seit Jahrhunderten Natur und Kultur. Besonders markant sind die Portiunkulakirche und das ehemalige Schulhaus mit Kloster, die seit jeher als vertraute Orientierungspunkte für die Bürger gelten. Die Wiese selbst war einst ein Ort der Besinnung und des Gemeinschaftslebens, wie eine alte Legende über drei Brüder bezeugt, die hier einst lebten.

Die Portiunkulakirche ist eines der bedeutendsten Baudenkmäler Miesbachs und ein einzigartiges Beispiel für die Verbindung von sakraler Architektur und natürlicher Umgebung. Der achteckige Bau mit zentraler Laterne und spitzem Ostturm wurde im 17. Jahrhundert errichtet und steht bewusst abseits der Stadtpfarrkirche – ein bewusster Kontrast, der die Verbindung zur umgebenden Natur unterstreicht. Im Inneren beeindrucken Fresken im Nazarenerstil, die nach einer Renovierung 1989 wieder in voller Pracht erstrahlen. Besonders im Winter, wenn die Bäume am Hang zur Stadt ihr Laub verloren haben, wirkt die Kirche als dominanter Blickfang und prägt das historische Stadtpanorama.

Die Geschichte des Geländes ist eng mit dem Schicksal der Stadt verbunden. Nach dem großen Stadtbrand von 1783 diente die Portiunkula zeitweise als Behelfskirche, bevor sie 1800 durch französische Truppen entweiht wurde. Durch den Einsatz einer Bürgerinitiative konnte der Bau 1861 wiederhergestellt werden. Daneben entwickelte sich das benachbarte Huberhaus zum Kloster der armen Schulschwestern, die hier ab 1865 eine Mädchenschule betrieben. Der charakteristische südliche Kopfbau entstand später, doch nach der Aufgabe der klösterlichen Niederlassung 2005 drohte das Ensemble zu verfallen.

Durch den Einsatz der Stadt Miesbach und einer Bürgerstiftung wurde das historische Ensemble gerettet. 2013 richtete die Stadt im ehemaligen Schulhaus und Kloster die Kinderkrippe *„Die kleinen Klostergeister“* ein, während 2015 die einsturzgefährdete Mauer entlang der Münchner Straße originalgetreu neu errichtet wurde. Heute ist die Klosterwiese ein Ort der Begegnung, der Natur und der Geschichte – ein lebendiges Stück miesbacher Tradition, das zwischen sakraler Architektur, grüner Wiese und städtischem Leben vermittelt.

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