Portiunkulakirche
Highlights
- Die Portiunkulakirche in Miesbach wurde erstmals 1312 urkundlich erwähnt und nach Bränden 1527 barock umgestaltet.
- 1963 erfolgte eine radikale Neugestaltung nach Konzilsliturgie; 1999/2000 kehrte die Marienstatue an die Ostwand zurück.
- Der heutige einschiffige Bau (1724) verbindet romanisches Langhaus mit gotischem Chor – 1958 wurde ein 1724 datiertes Gewölbegemälde freigelegt.
Tipps
- Der barocke Stuckdekor der Miesbach-Schlierseer Stuckatorengruppe prägt die Innenausstattung und zeigt sich besonders an den Gewölben und Altären.
- Die Marienstatue befindet sich seit der Umgestaltung im Jahr 2000 wieder an der Ostwand und ist ein zentrales Element der spätbarocken Wandgliederung.
- Ein rollstuhlgerechter Parkplatz ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Zugang zur Kirche.
Eigenschaften
Portiunkulakirche Miesbach – Sakrale Kultur
Die Portiunkulakirche in Miesbach ist ein historisch bedeutsames Sakralbauwerk mit einer faszinierenden Entwicklung über die Jahrhunderte. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Kirche im Jahr 1312, doch ihre Ursprünge reichen noch weiter zurück. Der Name „Portiunkula“ verweist auf die heilige Stätte in Assisi, wo Franz von Assisi die Kapelle der sieben Schmerzen Mariens gründete – ein zentraler Bezugspunkt für die Verehrung der Muttergottes in dieser Kirche.
Nach dem verheerenden Stadtbrand von 1527 erlebte die Kirche eine grundlegende Neuerrichtung. Im barocken Stil der renommierten Miesbach-Schlierseer Stuckatorengruppe wurde sie reich ausgestattet, wobei prächtige Deckenmalereien und Stuckaturen das Innere prägten. Diese künstlerische Pracht blühte besonders im 18. Jahrhundert auf, bevor sie im 19. Jahrhundert allmählich an Bedeutung verlor. Erst unter Pfarrer König erfolgte ab 1863 eine vollständige Neuausstattung im romantisch-neuromanischen Stil, die dem Gotteshaus ein neues Gesicht verlieh.
Die jüngste, aber tiefgreifendste Umgestaltung fand 1963 statt, als die Kirche den Anforderungen der neuen Konzilsliturgie angepasst wurde. Doch auch danach blieb die Portiunkulakirche nicht statisch: Eine moderne Renovation zwischen 1999 und 2000 brachte die Marienstatue wieder an die Ostwand zurück und betonte die spätbarocke Wandgliederung durch eine wärmere Farbgestaltung. Heute vereint die Kirche so historische Schichten wie das romanische Langhaus (errichtet um 1724) mit dem gotischen Chorraum, der bei einer Renovierung 1958 die Jahreszahl 1724 freilegte.
Die Portiunkulakirche ist nicht nur ein architektonisches Juwel, sondern auch ein Ort der Gemeinschaft. Sie bietet Raum für spirituelle Angebote wie das Eltern-Kind-Programm (EKP) und das Prager-Eltern-Kind-Programm (PEKIP) in Kooperation mit dem Katholischen Kreisbildungswerk. Zudem steht eine Beratungsstelle für Begleitung in pränatalen, geburtsbezogenen und trauernden Lebensphasen zur Verfügung. Mit ihrem barocken Charme, ihrer bewegten Geschichte und ihrer offenen Ausrichtung auf die Gemeinde ist die Portiunkulakirche ein zentraler Ort des Glaubens und der Kultur in Miesbach.
Besonders die Verbindung von sakraler Tradition und lebendiger Praxis macht die Portiunkulakirche zu einem besonderen Ausflugsziel. Ob für Geschichtsinteressierte, die die Spuren der Stuckatorenkunst entdecken, oder für Familien, die an den Angeboten teilnehmen möchten – die Kirche lädt zum Verweilen und Staunen ein. Ihr hoher Google-Bewertungsdurchschnitt von 4,8 Sternen unterstreicht dabei die Wertschätzung, die ihr von Besuchern entgegengebracht wird.