Aussichtspunkt

Hochburg

54306 Kordel

Highlights

  • Die Hochburg bei Kordel ist eine keltische Fliehburg auf einem Felssporn mit bis zu 80 Meter hohen Felswänden.
  • Sie wurde im 5. Jahrhundert v. Chr. errichtet und bis ins Mittelalter genutzt, unter anderem als Zufluchtsort im Ersten Weltkrieg.
  • Heute sind Reste der Toranlage, Wälle und ein Bergfried sichtbar, die Nutzung reicht bis in die Jungsteinzeit zurück.

Tipps

  • Bei gutem Wetter ist die Fernsicht bis in den Hunsrück möglich – ideal für eine kurze Rast mit Panoramablick.
  • Von der Genovevahöhle aus ist die Anlage erreichbar, der Weg lohnt sich für alle, die Ruhe und Natur genießen möchten.
  • Achtung: Keine Absperrungen am Gelände – besonders in windigen oder nassen Bedingungen vorsichtig am Felsrand bleiben.

Eigenschaften

Outdoor Aktiv Ganzjährig

Über Hochburg

Die Hochburg bei Kordel im Landkreis Trier-Saarburg ist ein eindrucksvoller Zeuge vergangener Epochen und zählt heute zu den bedeutenden archäologischen Denkmälern der Region. Auf einem markanten Felssporn errichtet, thront die ehemalige keltische Fliehburg hoch über dem Umland und bot ihren Bewohnern nicht nur Schutz, sondern auch eine atemberaubende Aussicht. Die natürliche Festung wird an drei Seiten von steilen Sandsteinfelsen bis zu 40 Meter Höhe begrenzt, was sie zu einer nahezu uneinnehmbaren Position machte. Lediglich die Westseite war einsehbar und wurde im Laufe der Zeit durch kunstvolle Befestigungsanlagen ergänzt.

Die Anlage verfügt über eine beeindruckende Befestigungsstruktur, bestehend aus einem Vorwall, einem langen Graben und einem mächtigen Hauptwall, der an seiner Sohle bis zu 16 Meter breit und noch heute stolze 5 Meter hoch ist. Eine deutlich erkennbare Lücke im Wall deutet auf eine ehemalige Toranlage hin. Archäologische Untersuchungen brachten Keramik und Werkzeuge aus der Jungsteinzeit sowie Spuren einer Siedlungsschicht der Hunsrück-Eifel-Kultur zum Vorschein, was die Nutzung der Hochburg weit zurück in die Eisenzeit belegt. Im Mittelalter wurde die Stelle erneut genutzt: Auf dem Plateau entstand eine kleine Höhenburg, deren Fundamente, darunter jene eines Bergfrieds, noch heute sichtbar sind.

Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Hochburg nicht nur in der Antike und im Mittelalter bewohnt wurde, sondern auch im Ersten Weltkrieg Zuflucht bot. Einwohner der umliegenden Dörfer wie Lorich, Beslich und Butzweiler suchten hier Schutz vor den Kriegsgeschehen – teils in der Genovevahöhle, teils direkt auf dem Gelände der Hochburg. Spuren dieser Nutzung sind bis heute erhalten. Die exponierte Lage gewährt bei klarem Wetter einen weiten Blick über das Umland, bis hin in den Hunsrück. Doch der Besuch birgt auch Risiken: Da es keine Absperrungen gibt, ist das Gelände an den Kanten besonders gefährlich, und es kam bereits zu tödlichen Stürzen.

Heute ist die Hochburg ein lohnendes Ausflugsziel für Naturliebhaber und Geschichtsinteressierte gleichermaßen. Die beeindruckende Landschaft, die spürbare Atmosphäre der Vergangenheit und die grandiose Aussicht machen diesen Ort zu einem besonderen Erlebnis. Ob bei einer kurzen Rast oder als Ziel einer Wanderung – die Hochburg lädt ein, innezuhalten und die Weite der Eifel zu genießen. Als Naturdenkmal und archäologische Stätte ist sie ein wertvolles Kulturgut im rheinland-pfälzischen Trier-Saarburg und ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie Mensch und Natur einst gemeinsam eine Festung aus dem Felsen formten.

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