Denkmal/Gedenkstätte

Dudelsackpfeiferbrunnen

Unschlittpl. 9, 90403 Nürnberg

Highlights

  • In Nürnberg gibt es zwei Dudelsackpfeiferbrunnen mit Bronzefiguren, die auf historischen Holzmodellen basieren.
  • Der Brunnen am Unschlittplatz wurde 1880 errichtet und später nach Kriegszerstörungen umgesetzt.
  • Ein zweiter Brunnen in der Lammsgasse wurde 1979 mit neuem Becken und Nachguss aufgestellt.

Tipps

  • Ein zweiter Dudelsackpfeiferbrunnen befindet sich in der Lammsgasse Nr. 14, dort wurde 1979 ein Nachguss der ursprünglichen Figur aufgestellt.
  • Die Brunnenfiguren verweisen möglicherweise auf eine alte Volkssage vom betrunkenen Dudelsackpfeifer, der während einer Pestepidemie gerettet wurde.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Dudelsackpfeiferbrunnen

Der Dudelsackpfeiferbrunnen zählt zu den kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten der fränkischen Stadt Nürnberg. Es handelt sich dabei um zwei Brunnen, deren zentrale Bronzefiguren Dudelsackpfeifer darstellen. Einer der Brunnen steht auf dem Unschlittplatz im Südwesten der Nürnberger Altstadt, der andere ist als Wandbrunnen in der Lammsgasse im nordwestlichen Altstadtgebiet angebracht. Beide Figuren verweisen auf volkstümliche Motive der Region und spiegeln den kulturellen Eigenarten des mittelalterlichen Stadtlebens wider.

Die Figur am Unschlittplatz basiert auf einem Holzmodell aus Weidenholz, das im 16. Jahrhundert entstand und heute im Germanischen Nationalmuseum aufbewahrt wird. Die Gestaltung des Brunnens erfolgte im Jahr 1880 durch den Nürnberger Künstler Friedrich Wanderer. Der Guss der Bronzefigur wurde von der örtlichen Kunstgießerei Lenz ausgeführt. Ursprünglich befand sich der Brunnen an der Kreuzung der Ebnersgasse mit dem Heugäßchen, ehe er nach Kriegszerstörungen auf seinen heutigen Standort am Unschlittplatz verlegt wurde.

Der zweite Dudelsackpfeiferbrunnen in der Lammsgasse Nr. 14 geht auf ein Lindenholzmodell aus der Mitte des 16. Jahrhunderts zurück, das heute in der Skulpturensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin aufbewahrt wird. Eine erste Fassung dieses Brunnens wurde im Zuge des Wittelsbacher Hofs des Germanischen Nationalmuseums errichtet, ging aber im Zweiten Weltkrieg verloren. 1979 wurde ein Nachguss der Figur gemeinsam mit einem neuen Becken, entworfen vom Baudirektor Julius Lincke, im Innenhof der Lammsgasse aufgestellt.

Die Motive der Dudelsackpfeifer lassen sich auch mit einem Kupferstich Albrecht Dürers aus dem Jahr 1514 verbinden. Darüber hinaus besteht eine mögliche Verknüpfung zur Volksüberlieferung eines betrunkenen Dudelsackpfeifers, der während einer Pestepidemie im Jahr 1437 auf einem Karren lag und sich erst durch das Spielen seines Instruments befreien konnte. Obwohl diese Sage nicht historisch belegt ist, trägt sie zur Deutungsvielfalt der Figur bei. Analoge Brunnenfiguren entstanden zeitgleich auch in anderen Städten wie Bern und Basel.

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