Denkmal/Gedenkstätte

Dudelsackpfeiferbrunnen (Nürnberg)

Unschlittpl. 9, 90403 Nürnberg

Highlights

  • In Nürnberg gibt es zwei Dudelsackpfeiferbrunnen mit bronzenen Figuren, die auf historischen Holzmodellen basieren.
  • Der eine Brunnen steht am Unschlittplatz, der andere ist ein Wandbrunnen in der Lammsgasse Nr. 14.
  • Die Figuren sind mit Albrecht Dürers Kupferstich „Der Dudelsackpfeifer“ aus dem Jahr 1514 verknüpft.

Tipps

  • Der Dudelsackpfeiferbrunnen am Unschlittplatz ist eine Bronzeplastik aus dem 19. Jahrhundert, inspiriert von historischen Holzmodellen und Albrecht Dürers Kupferstich aus 1514.
  • In der Lammsgasse Nr. 14 befindet sich ein weiterer Dudelsackpfeiferbrunnen, ursprünglich im Germanischen Nationalmuseum untergebracht und nach dem Zweiten Weltkrieg neu gegossen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Dudelsackpfeiferbrunnen (Nürnberg)

Der Dudelsackpfeiferbrunnen zählt zu den kulturellen Denkmälern der Stadt Nürnberg und repräsentiert sowohl die musikalische Tradition als auch die kunsthistorische Bedeutung der fränkischen Reichsstadt. Es handelt sich dabei um zwei Brunnen, deren zentrale Bronzefiguren jeweils einen Dudelsackpfeifer darstellen. Einer der Brunnen steht auf dem Unschlittplatz im Südwesten der Nürnberger Altstadt, während sich der andere als Wandbrunnen in der Lammsgasse Nr. 14 im Nordwesten der historischen Stadtmitte befindet.

Die Figur am Unschlittplatz basiert auf einem Entwurf des Nürnberger Künstlers Friedrich Wanderer, der sich an einem Holzmodell aus Weidenholz orientierte, das im 16. Jahrhundert entstand und heute im Germanischen Nationalmuseum aufbewahrt wird. Die Gussarbeiten führte die lokale Kunstgießerei Lenz durch. Ursprünglich errichtet wurde der Brunnen an einer anderen Stelle, ehe er nach dem Zweiten Weltkrieg an seinen heutigen Standort verlegt wurde. Die Skulptur in der Lammsgasse wiederum lehnt sich an ein Lindenholzmodell aus der Mitte des 16. Jahrhunderts an, das heute in der Skulpturensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin zu sehen ist. Nach Kriegsbeschädigungen wurde 1979 ein Nachguss des Brunnens im Innenhof der Lammsgasse aufgestellt.

Beide Holzmodelle stehen in Zusammenhang mit dem berühmten Kupferstich „Der Dudelsackpfeifer“ von Albrecht Dürer aus dem Jahr 1514. Ob die Figuren auch eine Verbindung zur Volks Sage des betrunkenen Dudelsackpfeifers haben, der während einer Pestepidemie im Jahr 1437 auf einen Karren geladen und später durch sein Spiel befreit wurde, ist bis heute unklar. Diese Sage spiegelt möglicherweise die damalige Volksseele wider, die in der Musik Trost suchte. In der Folge des 16. Jahrhunderts entstanden ähnliche Brunnenmotive auch in anderen Städten wie Bern und Basel.

Der Dudelsackpfeiferbrunnen am Unschlittplatz genießt bei Besucherinnen und Besuchern ein durchschnittliches Bewertungsergebnis von 4,4 von 5 Sternen. Rezensionen schwanken zwischen gelassener Zustimmung und kritischem Interesse. Einige Besucher sehen in der Figur einen charmanten Vertreter der Volkskultur, andere erwähnen den historischen Hintergrund im Zusammenhang mit der Pest. Die Darstellung wird als sehenswert betrachtet, ohne jedoch als absolutes Reiseziel zu gelten.

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