Denkmal/Gedenkstätte

Großsteingrab Seelvitz 1

18528 Zirkow

Highlights

  • Das Großsteingrab Seelvitz 1 ist eine jungsteinzeitliche Grabanlage der Trichterbecherkultur und liegt westlich von Seelvitz.
  • Es wurde 1970 archäologisch untersucht und ist als Großdolmen mit ost-westlicher Ausrichtung dokumentiert.

Eigenschaften

Kulturell Ganzjährig

Über Großsteingrab Seelvitz 1

Das Großsteingrab Seelvitz 1 zählt zu den bedeutenden archäologischen Kulturdenkmälern im Nordosten Deutschlands und liegt im Ortsteil Zirkow des Landkreises Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern. Es gehört zu einer Gruppe aus drei megalithischen Grabanlagen der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur, die in unmittelbarer Nähe zueinander errichtet wurden. Diese Anlage ist nicht nur ein Zeugnis der frühgeschichtlichen Bestattungsbräuche, sondern auch ein beeindruckendes Beispiel der architektonischen Fertigkeiten jener Zeit. Das Grab befindet sich etwa 500 Meter westlich von Seelvitz und ist gut sichtbar auf einer leicht erhöhten Position, was es zu einem markanten Punkt in der Landschaft macht.

Die Forschungsgeschichte des Großsteingrabs reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück, als es erstmals durch Friedrich von Hagenow dokumentiert wurde. In den 1930er Jahren wurde es in den Atlas der Megalithgräber Deutschlands von Ernst Sprockhoff aufgenommen, der es zunächst als erweiterten Dolmen einstufte. Erst eine archäologische Untersuchung im Jahr 1970 unter der Leitung von Adolf Hollnagel brachte Klarheit: Es handelt sich um einen Großdolmen mit einer annähernd ost-westlichen Ausrichtung. Die Grabkammer ist etwa drei Meter lang, 1,90 Meter breit und 1,20 Meter hoch. Von den ursprünglichen Wand- und Decksteinen sind heute noch einige erhalten, darunter alle drei Wandsteine der südlichen Seite sowie einige der nördlichen Seite. Besonders auffällig ist der östliche Deckstein, der nach Süden verschoben ist und drei Schälchen auf seiner Oberseite trägt.

Der Zugang zur Kammer erfolgte über einen schmalen Gang an der westlichen Schmalseite, der von zwei Wandsteinpaaren gebildet wurde. Die ursprüngliche Höhe des Ganges betrug etwa 80 Zentimeter. Im Verlauf der Ausgrabungen wurde festgestellt, dass die Zwischenräume der Wandsteine mit Trockenmauerwerk aus Rotsandstein und Lehm verfüllt waren. Der Boden der Kammer war in verschiedene Quartiere unterteilt, was durch senkrechte Sandsteinplatten gekennzeichnet war. Diese Unterteilung sowie die erhaltenen Schichten aus Kies und Lehmestrich geben Aufschluss über die sorgfältige Konstruktion und Nutzung des Grabes. Im Zuge der Untersuchungen wurde auch eine Sandsteinplatte als Schwellenstein identifiziert, die zwischen Gang und Kammer eingelassen war.

Das Großsteingrab Seelvitz 1 wurde im Jahr 2024 restauriert, um den Erhalt dieses Kulturdenkmals langfristig zu sichern. Es ist Teil eines größeren archäologischen Kontexts in der Region, zu dem auch die Großsteingräber bei Lonvitz, Posewald, Nadelitz und Dummertevitz gehören. Die Anlage ist nicht nur für ihre historische Bedeutung von Interesse, sondern auch wegen ihrer landschaftlichen Lage. Besucher schätzen die gute Erkennbarkeit und die luftige Höhenlage, die einen besonderen Reiz für Ausflüge in die Region darstellt. Mit einem Bewertungsdurchschnitt von 4,3 von 5 Sternen wird das Grab von vielen Besuchern als lohnenswertes Kulturziel wahrgenommen.

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