Denkmal/Gedenkstätte

Großsteingrab Seelvitz 2

18528 Zirkow

Highlights

  • Die Großsteingräber bei Seelvitz gehören zur Trichterbecherkultur und liegen nordöstlich von Zirkow.
  • Grab 2 wird auch als Hüningsbusch bezeichnet und wurde 1970 archäologisch untersucht.
  • Die Anlage ist Teil eines größeren archäologischen Landschaftsbildes mit mehreren Großsteingräbern in der Nähe.

Tipps

  • Das Großsteingrab Seelvitz 2 ist etwa 300 Meter nordöstlich des Orts zu finden, gut zu Fuß erreichbar.
  • Der Zugang ist teilweise überwachsen, weshalb ein Besuch am besten mit festem Schuhwerk erfolgt.
  • In der Nähe befinden sich weitere Großsteingräber, darunter Grab 1 (Teufelsstein) etwa 930 Meter entfernt.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Großsteingrab Seelvitz 2

Das Großsteingrab Seelvitz 2 ist eine megalithische Grabanlage der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur und zählt zu den bedeutenden archäologischen Denkmälern im Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern. Es liegt etwa 300 Meter nordöstlich des Ortsteils Seelvitz und gehört zu einer ganzen Gruppe von Großsteingräbern in der Region. Zusammen mit dem Großsteingrab Seelvitz 1, das auch als Teufelsstein bekannt ist, wird es unter den Sprockhoff-Nummern 493 und 494 geführt. Beide Gräber wurden in den 1970er Jahren archäologisch untersucht.

Die Anlage selbst ist heute stark zerstört, sodass von der ursprünglichen Struktur nur noch wenige Bauteile erhalten geblieben sind. Dennoch zeugt das Denkmal von der architektonischen und kulturellen Leistung der Jungsteinzeit. Die Grabkammer ist annähernd ost-westlich ausgerichtet, ein typisches Merkmal der Großdolmen dieser Kultur. Ursprünglich bestand der Bau aus einer Kammer, die von einem Gang erreicht wurde. Von den Wandsteinen sind heute nur noch vereinzelte Fragmente vorhanden. Auch die Decksteine sind größtenteils verschwunden oder stark beschädigt. Einige der erhaltenen Steine weisen Schälchen auf, die möglicherweise ritueller Natur waren.

Die Umgebung des Großsteingrabs Seelvitz 2 ist reich an weiteren megalithischen Anlagen. In unmittelbarer Nähe befinden sich die Großsteingräber von Lonvitz, Posewald, Nadelitz und Dummertevitz. Diese Konzentration unterstreicht die Bedeutung der Region als Bestattungslandschaft der Jungsteinzeit. Die erste schriftliche Erwähnung der Seelvitzer Gräber erfolgte Anfang des 19. Jahrhunderts durch Friedrich von Hagenow. Später wurden sie in den regionalen Denkmalschutz aufgenommen und archäologisch dokumentiert. Die Grabung von 1970 unter der Leitung von Erika Beltz brachte wichtige Erkenntnisse über den inneren Aufbau und die Ausstattung des Grabes.

Heute ist das Großsteingrab Seelvitz 2 ein stiller und schwer zugänglicher Ort. Die Anlage ist teilweise überwuchert, was den Besuch erschwert und ein gewisses Maß an Entdeckergeist erfordert. Die mystische Atmosphäre des Ortes wird durch die zerfallenen Steine und die abgelegene Lage verstärkt. Dennoch bleibt das Grab ein wichtiges Zeugnis der vorchristlichen Vergangenheit der Region und ein eindrucksvolles Beispiel für die architektonischen Fähigkeiten der Trichterbecherkultur im nördlichen Mitteleuropa.

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