Freilichtmuseum

Römisches Freilichtmuseum

Eichwäldle 1, 72379 Hechingen

Highlights

  • Das Römische Freilichtmuseum Hechingen-Stein zeigt eine der bedeutendsten römischen Villenrustika in Süddeutschland.
  • Entdeckt 1972, umfasst die Ausgrabungsstätte Wohn- und Wirtschaftsgebäude, einen heiligen Bezirk und handwerkliche Werkstätten.
  • Die Anlage entstand Ende des 1. Jahrhunderts unter Kaiser Domitian und wurde im 2. Jahrhundert erweitert.

Tipps

  • Das Museum zeigt eindrucksvoll Reste einer römischen Villa rustica mit Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, die Besucher hautnah an die Römerzeit heranführen.
  • Regelmäßige Führungen und Workshops bieten vertiefende Einblicke in das Alltagsleben der Römer – ideal für Familien und Schulklassen.
  • Auf dem Gelände sind archäologische Grabungen teilweise noch aktiv – ein Besuch lohnt sich, um aktuelle Funde hautnah zu erleben.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Römisches Freilichtmuseum

Das Römisches Freilichtmuseum in Hechingen befindet sich im Bundesland Baden-Württemberg und zählt zu den bedeutenden archäologischen Fundstellen der Römerzeit in Süddeutschland. Die Ausgrabungsstätte liegt oberhalb des Stadtteils Stein und zeigt die Überreste einer römischen Villa rustica, die erstmals Ende des 1. Jahrhunderts entstand und im Laufe der folgenden Jahrhunderte erweitert wurde. Die Entdeckung der Stätte erfolgte 1972 durch den damaligen Bürgermeister von Stein, Gerd Schollian.

Die Villa rustica erstreckte sich auf einer Fläche von rund fünf Hektar und umfasste Wohn- und Wirtschaftsgebäude, die von einer geschlossenen Mauer umgeben waren. Seit den späten 1970er Jahren wurden umfangreiche Ausgrabungen durchgeführt, bei denen unter anderem ein heiliger Bezirk, eine Schmiede, ein Mühlengebäude sowie weitere Wohn- und Nutzgebäude ans Licht kamen. Im Jahr 2009 wurden außerhalb der ursprünglichen Villa zusätzliche Gebäude entdeckt, wodurch die Bedeutung der Siedlung als komplexer landwirtschaftlicher und kultureller Mittelpunkt deutlich wurde.

Die Anlage erlebte ihre Blütezeit im 2. Jahrhundert, bevor sie Mitte des 3. Jahrhunderts im Zuge des Limesfalls und der germanischen Vordringen verlassen und schließlich aufgegeben wurde. Besonders bemerkenswert ist die Erhaltung der Funde: Da die Siedlung im Mittelalter aufgegeben und später vom Wald überwuchert wurde, blieben viele Artefakte und Bausubstanz weitgehend unberührt von späteren Eingriffen. Dazu gehören unter anderem hauswirtschaftliche Geräte, Kultgegenstände sowie Schmuck und Werkzeuge.

Einige Funde weisen auf die repräsentative Funktion der Villa hin. So wurde beispielsweise eine 16 Meter hohe Mauer eines großen Lagergebäudes entdeckt, die verdeutlicht, dass auch abgelegene Landsitze architektonisch beeindruckend angelegt waren. Noch heute finden durch ehrenamtliche Helfer getragene Grabungen statt, bei denen neue Strukturen innerhalb und außerhalb der Villa identifiziert werden. Dazu gehören unter anderem ein auffallend großes Schmiedehaus sowie ein weiterer möglicher Badekomplex.

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