Freilichtmuseum

Römisches Freilichtmuseum Hechingen-Stein

Eichwäldle 1, 72379 Hechingen

Highlights

  • Das Römische Freilichtmuseum Hechingen-Stein zeigt eine der bedeutendsten römischen Villenrustica in Süddeutschland.
  • Entdeckt 1972, umfasst die Ausgrabungsstätte Wohn- und Wirtschaftsgebäude sowie einen heiligen Bezirk und eine Schmiede.
  • Noch heute werden neue Gebäude und Artefakte gefunden, darunter ein großes Schmiedehaus und ein mysteriöser Gebäudekomplex.

Tipps

  • Das Museum zeigt eindrucksvoll rekonstruierte Teile einer römischen Villa rustica mit Wohn- und Wirtschaftsgebäuden.
  • Regelmäßige Führungen und Sonderveranstaltungen bieten vertiefende Einblicke in das Alltagsleben der Römer.
  • Das Gelände ist auch für Kinder geeignet und vermittelt spielerisch Wissen über die römische Geschichte.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Römisches Freilichtmuseum Hechingen-Stein

Das Römisches Freilichtmuseum Hechingen-Stein liegt oberhalb des Stadtteils Stein in Hechingen, im Bundesland Baden-Württemberg. Es beherbergt eine der bedeutendsten archäologischen Fundstätten der Römerzeit in Süddeutschland. Die Entdeckung erfolgte 1972 durch den damaligen Bürgermeister von Stein, Gerd Schollian. In den Jahren 1978 bis 1981 wurden erste Ausgrabungen durchgeführt, die Reste einer großzügig angelegten römischen Villa rustica zutage förderten. Die Anlage erstreckte sich über rund fünf Hektar und umfasste Wohn- und Wirtschaftsgebäude sowie eine geschlossene Maueranlage.

Die Villa rustica entstand vermutlich zur Zeit des Kaisers Domitian und wurde im 2. Jahrhundert erheblich erweitert. Ihr Ende kam im 3. Jahrhundert, als die Alamannen den Limes überschritten und das Gebiet besetzten. Seit 1992 laufen die archäologischen Grabungen nahezu ununterbrochen. Bisher konnten ein heiliger Bezirk, eine Schmiede, ein Speicherbau, ein Mühlenhaus, ein Eingangstor sowie mehrere Wohngebäude und ein Eckturm ausgegraben werden. Im Jahr 2009 wurden außerhalb der ursprünglichen Villa weitere Gebäude entdeckt, die auf eine umfassendere Siedlungsstruktur hindeuten. Ein besonderer Fund ist ein außergewöhnlich großes Schmiedehaus mit zwei Essen.

Weitere Grabungen oberhalb des Museumsareals brachten Anfang der 2000er Jahre eine massive, 16 Meter hohe Mauer zum Vorschein, die einst zu einem repräsentativen Lagergebäude gehört haben dürfte. Diese Entdeckung verdeutlicht, dass auch abgelegene römische Landsitze über erhebliche architektonische Dimensionen verfügten. Die Sondierungsgrabungen, die heute größtenteils ehrenamtlich durchgeführt werden, deuten darauf hin, dass noch zahlreiche Gebäude innerhalb der Mauern verborgen liegen – darunter möglicherweise ein zweiter Badekomplex. Die Tatsache, dass die Siedlung im Mittelalter aufgegeben und danach vom Wald überwuchert wurde, führte zu einer hervorragenden Erhaltung der Funde.

Das Gelände vermittelt durch den nachträglichen Wiederaufbau einzelner Gebäudeteile sowie durch Freilegungen einen anschaulichen Eindruck vom Leben in der römischen Villa. Die Besucher erfahren anschaulich etwas über hauswirtschaftliche, landwirtschaftliche und handwerkliche Tätigkeiten der Bewohner. Die archäologischen Arbeiten dauern an, und mit jeder Saison kommen neue Erkenntnisse hinzu. Die Öffnungszeiten erstrecken sich von Ende März bis Anfang November. An Tagen, an denen ein Feiertag auf einen Montag fällt, ist das Museum geöffnet.

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