Altrhein Reeser-Eyland
Highlights
- Altrhein Reeser-Eyland ist ein 43 Hektar großes Naturschutzgebiet südöstlich von Rees im Kreis Kleve.
- Das Gebiet war bis 1969 eine eigenständige Gemeinde und ist heute unbewohnt.
- Es schützt repräsentative Altrheinlandschaften und Lebensräume von gemeinschaftlichem Interesse gemäß EU-Richtlinien.
Tipps
- Das Naturschutzgebiet Altrhein Reeser-Eyland ist über zwei Flussarme vom Rhein aus erreichbar, dort befinden sich Anlegestellen für Boote.
- Das Gelände war bis 1969 eine eigenständige Gemeinde und ist heute ein unbewohntes Naturschutzgebiet mit repräsentativen Altrheinlandschaften.
- Im NSG kommen seltene Tier- und Pflanzenarten vor, darunter der Bitterling und verschiedene Lebensräume gemäß EU-Schutzrichtlinien.
Eigenschaften
Über Altrhein Reeser-Eyland
Das Naturschutzgebiet Altrhein Reeser-Eyland liegt im nordrhein-westfälischen Rees und erstreckt sich auf einer ehemaligen Rheinhalbinsel südöstlich der Reeser Kernstadt. Das rund 43 Hektar große Areal wird im Osten vom Altrhein und im Westen vom heutigen Rheinlauf begrenzt. Die Halbinsel entstand im Zuge von Flussverlagerungen und ist heute ein bedeutendes Biotop im unteren Niederrhein. Das Gebiet gehört sowohl zum Landschaftsschutzgebiet als auch zum Europäischen Vogelschutzgebiet „Unterer Niederrhein“ und ist Teil des Natura-2000-Netzwerks.
Historisch gesehen war Reesereyland bis 1969 eine eigenständige Gemeinde im damaligen Kreis Rees. Die Siedlung bestand ursprünglich aus einer kleinen Bauerschaft mit nur drei Höfen. Während des Zweiten Weltkriegs spielte das Gebiet im März 1945 eine Rolle bei der alliierten Rheinüberquerung im Rahmen der Operation Plunder. Nach der Eingliederung in die Stadt Rees wurden alle Gebäude abgerissen, sodass das Gebiet heute vollständig unbewohnt ist. Heute dient die Halbinsel als naturnahes Rückzugsgebiet und ist über zwei durch Kiesabbau entstandene Flussarme vom Rhein aus erreichbar.
Das Schutzgebiet beherbergt verschiedene wertvolle Lebensräume, darunter Röhrichte, Schlammfluren und Auenwälder, die für den Unteren Niederrhein typisch sind. Zu den schutzwürdigen Biotoptypen gehören natürliche eutrophe Seen und Altarme sowie Feucht- und Auenböden mit hohen ökologischen Qualitäten. Diese Lebensräume bieten Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse, darunter der Bitterling und die Groppe. Im Rahmen der FFH-Richtlinie sind hier mehrere Lebensraumtypen aus Anhang I geschützt.
Als Teil des Vogelschutzgebiets „Unterer Niederrhein“ dient das Areal außerdem als Brut-, Nahrungs- und Überwinterungsgebiet für verschiedene Vogelarten. Dazu gehören unter anderem der Wachtelkönig, die Rohrweihe, der Kornweiher sowie verschiedene Wasservögel wie der Eisvogel und die Flussseeschwalbe. Auch Zugvögel nutzen das Gebiet regelmäßig, darunter verschiedene Entenarten, der Große Brachvogel und der Kiebitz. Die Erhaltung dieser Biotope trägt zur Umsetzung der EU-Vogelschutz- und FFH-Richtlinie bei.