Kunstzentrum Wachsfabrik
Highlights
- 1980–1984: Kulturprogramm mit Ausstellungen, Theater und Konzerten unter Leitung des Malers Günter Gritzner in sieben Räumen.
- 1985–1993: Schwerpunkt auf Rauminstallationen durch Hubert Fabian; internationale Künstler nutzen die große Ausstellungshalle.
Tipps
- Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht einen ungehinderten Besuch der Ausstellungsräume und Werkstätten.
- Die historischen Räumlichkeiten bieten spezielle Akustik- und Lichtverhältnisse, die für zeitgenössische Installationen und Performances genutzt werden.
- Ein Teil der historischen Architektur der Wachsfabrik wird durch moderne Ausstellungsflächen ergänzt, die flexibel für verschiedene Kunstformen gestaltet sind.
Eigenschaften
Kunst & Kultur in Rodenkirchen: Wachsfabrik Galerie
Der Maler Günter Gritzner übernahm die organisatorische Leitung und prägte bis 1984 ein vielseitiges Programm, das Ausstellungen, Theateraufführungen und Konzerte umfasste – ein frühes Zeichen für die offene und experimentelle Ausrichtung des Ortes.
Ein besonderer Fokus lag von Anfang an auf der Verbindung von Kunst und Raum. 1985 übernahm der Maler und Metallbildhauer Hubert Fabian die Kuratierung und entwickelte eine neue Konzeption, die den Schwerpunkt auf Rauminstallationen legte. Durch Einladungen internationaler Künstler wurde die große Ausstellungshalle zu einem einzigartigen Ort, der die architektonischen Besonderheiten des Gebäudes nutzte. Die Wachsfabrik entwickelte sich damit zu einem Raum, in dem Kunst nicht nur an den Wänden, sondern im gesamten Umfeld erlebbar wurde – ein Ansatz, der bis heute prägend bleibt.
Die Jahre zwischen 1993 und 1994 markierten eine Umbruchsphase: Aufgrund von Mieterhöhungen wurde die reguläre Ausstellungsarbeit eingestellt, und die Räumlichkeiten wurden teilweise untervermietet. Dennoch blieb die Wachsfabrik ein Ort der Begegnung. 2002 fand hier etwa die Performance *„Abgebrannt“* in der ausgebrannten Ruine des Keramikateliers statt, ein Gemeinschaftsprojekt, das die künstlerische Resilienz des Ortes unter Beweis stellte. Später übernahm die Kölner Tanzagentur die Räume und setzte mit Tanzimprovisationen und Live-Konzerten neue Akzente.
Das 25-jährige Jubiläum 2007 feierte das Café in der Wachsfabrik mit einer Gemeinschaftsausstellung und einem Gamelan-Konzert, während die freie Ausstellungshalle parallel eine Sonderausstellung der in der Wachsfabrik lebenden Kinder präsentierte. Noch eindrucksvoller wurde das 30-jährige Jubiläum 2009, das mit einem Sommerfest, einer Gemeinschaftsausstellung und der Einweihung eines Skulpturengartens gefeiert wurde. Dieser Garten, der die Außenbereiche des Kunstzentrums bereichert, zeigt bis heute Werke zeitgenössischer Künstler und lädt zum Verweilen ein.
Von 2013 bis 2016 beherbergte die ehemalige Ausstellungshalle unter dem Namen *„Galerie Phoenix“* nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler. Auch heute bleibt die Wachsfabrik ein Ort der Begegnung zwischen traditioneller und avantgardistischer Kunst. Mit einem rollstuhlgerechten Zugang und einem Programm, das Ausstellungen, Performances und kulturelle Veranstaltungen vereint, bietet sie ein einzigartiges Erlebnis für alle, die sich für zeitgenössische Kunst und experimentelle Formate begeistern. Die Wachsfabrik bleibt damit ein lebendiges Zeugnis dafür, wie ein ehemaliges Industriegebäude zum pulsierenden Zentrum der Kultur werden kann.