Kirche/Kloster

Jesuitenniederlassung Altötting

Neuöttinger Str. 8, 84503 Altötting

Highlights

  • Die Jesuitenniederlassung Altötting ist die älteste klösterliche Gemeinschaft in der Stadt.
  • Gegründet 1721, blieb sie Zeugin zahlreicher kirchlicher und historischer Veränderungen.
  • Die St. Josefs-Kirche wurde 1737 fertiggestellt und zählt heute zu den schönsten Sakralbauten der Region.

Tipps

  • Die St. Josefs-Kirche ist ein barockes Schwesternhaus aus dem 18. Jahrhundert und bildet heute die Jesuitenniederlassung Altötting.
  • Besucher finden eine historische Kirche mit prächtigen Stuckaturen, Fresken und Altarbildern, darunter Werke vermutlich von Innozenz Anton Waräthe.
  • Die Kirche ist eng mit der Geschichte der Congregatio Jesu verbunden und zeigt beeindruckende Kunstwerke aus der Rokoko-Zeit.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Jesuitenniederlassung Altötting

Die Jesuitenniederlassung Altötting ist eine bedeutende sakrale Einrichtung im bayerischen Altötting, gelegen im Landkreis Altötting. Seit dem frühen 18. Jahrhundert prägen die Schwestern der Congregatio Jesu, auch Englische Fräulein genannt, das geistige und kulturelle Leben des Ortes. Sie gehören heute zu den ältesten kontinuierlich tätigen klösterlichen Gemeinschaften der Stadt. Die Niederlassung entstand, nachdem die ersten Schwestern im Jahr 1721 hierher kamen, um Bildungs- und Fürsorgearbeit zu leisten. Im Laufe der Jahrhunderte engagierten sie sich in Kindergärten, Schulen und Lehranstalten und trugen maßgeblich zur regionalen Bildungsgeschichte bei.

Zentrales Bauwerk der Niederlassung ist die St. Josefs-Kirche, erbaut in den 1730er Jahren und stilistisch dem Barock zuzuordnen. Die Kirche wurde unter Leitung des Regierungs-Baudirektors Augustin Wiedemann errichtet, wobei der Maurermeister Leberer unterstützte. Die Architektur ist schlicht im Grundriss, gewinnt jedoch in der vertikalen Ausrichtung und der Innenausstattung an Aussagekraft. Besonders hervorzuheben sind die kunstvollen Stuckaturen im Gewölbe, darunter das sogenannte Bandlwerk-Stuck, das als Höhepunkt der Innenausstattung gilt. Wahrscheinlich stammt diese Arbeit vom Stuckateur Hepp, der auch für andere barocke Bauten in der Region verantwortlich war.

Die künstlerische Ausstattung der Kirche umfasst Gemälde, Skulpturen und Altäre, die von verschiedenen Künstlern des 18. Jahrhunderts geschaffen wurden. Unter den Bildhauern sind Johann Georg Kapfer, Josef Deutschmann und Johann Georg Lindt zu nennen, deren Werke den barocken Stil in seiner ganzen Pracht widerspiegeln. Im Zentrum der Ikonographie steht der heilige Josef, der Patron der Einrichtung. Über dem Hauptaltar ist das Motto „Ite ad Joseph“ in lateinischer Sprache zu lesen – „Geht zu Josef“. Das Deckengemälde zeigt die Vermählung Mariens mit Josef, ein zentrales Motiv, das sich auch in den weiteren Darstellungen der Heiligen Familie fortsetzt. Die beiden Seitennischen zieren Figuren der Heiligen Elisabeth und Barbara sowie Joachim und Anna. Rechts des Hochaltars steht eine Marienfigur als Unbefleckte Empfängnis, stilistisch an Ignaz Günther angelehnt.

Die Kirche verbindet schlichte Bauform mit reichhaltiger barocker Ausschmückung und ist damit ein Zeugnis der religiösen und kulturellen Geschichte Altöttings. Mehrfache Renovierungen im Laufe der Jahrhunderte konnten den Charakter des Sakralraums bewahren. Die St. Josefs-Kirche bleibt ein Ort der Andacht, der Besinnung und der künstlerischen Betrachtung – ein kleines, aber feines Beispiel kirchlicher Baukunst im südbayerischen Raum.

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