Großsteingräber bei Wesselin
Highlights
- Drei Großsteingräber der Trichterbecherkultur befanden sich bei Wesselin in Lohme.
- Zwei Gräber wurden im 19. Jahrhundert zerstört, das dritte im 20. Jahrhundert.
- Das erhaltene Grab ist als Großdolmen mit Rollsteinhügel dokumentiert (Sprockhoff-Nr. 498).
Tipps
- Das Großsteingrab ist gut über einen kurzen Fußweg von der Straße aus erreichbar, direkt neben einem Parkplatz.
- Eine Informationstafel vor Ort erklärt Aufbau und Geschichte der megalithischen Anlage.
- In der Nähe befinden sich weitere archäologische Fundorte, lohnt als Abstecher auf dem Weg nach Lohme.
Eigenschaften
Ausflug zu den Großsteingräbern bei Wesselin in Lohme
Die Großsteingräber bei Wesselin befinden sich im Ortsteil Lohme, im Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern. Sie zählen zu den bedeutenden archäologischen Zeugnissen der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur und gehören somit zu den ältesten Bauwerken der Region. Ursprünglich gab es an dieser Stelle drei megalithische Grabanlagen, von denen jedoch zwei bereits im 19. Jahrhundert zerstört wurden. Das dritte Grab verschwand im 20. Jahrhundert, ist aber durch wissenschaftliche Dokumentationen bekannt. Es trägt die Sprockhoff-Nummer 498 und zeugt noch heute von der architektonischen Tradition der Megalithbauten auf Rügen.
Die Anlagen lagen auf einer bewaldeten Erhebung zwischen dem Hof Vietzke, der zu Lohme gehört, und dem ehemaligen Hof Wesselin, der heute nicht mehr existiert. Die Landschaft rund um die Großsteingräber ist geprägt von einer typischen norddeutschen Hügellandschaft und Waldflächen, die den archäologischen Fundorten einen ruhigen und abgeschiedenen Charakter verleihen. In unmittelbarer Nähe befindet sich zudem das Großsteingrab von Nipmerow, etwa 2,3 Kilometer nordöstlich, das heute noch erhalten ist und ebenfalls einen lohnenswerten Besuch darstellt. Auch mehrere Grabhügel in der näheren Umgebung unterstreichen die Bedeutung dieser Region als Nekropole der Jungsteinzeit.
Die Forschungsgeschichte der Großsteingräber bei Wesselin reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Erste Aufzeichnungen stammen aus dem Jahr 1829 und wurden durch Friedrich von Hagenow verfasst, der damals noch alle drei Gräber dokumentieren konnte. Später veröffentlichte Rudolf Baier diese Aufzeichnungen. Ernst Sprockhoff verzeichnete im 20. Jahrhundert nur noch eine Anlage, die er als erweiterten Dolmen beschrieb. Ewald Schuldt, der die Gräber in den 1960er Jahren erneut untersuchte, klassifizierte sie hingegen als Großdolmen. Seine Erhebungen bestätigten, dass auch diese letzte erhaltene Grabanlage mittlerweile verschwunden war. Dennoch tragen die wissenschaftlichen Aufzeichnungen dazu bei, das Verständnis für die architektonische und kulturelle Bedeutung dieser Bauten zu vertiefen.
Die Grabanlagen selbst unterschieden sich in ihrer Bauform, was auf verschiedene Entwicklungsstadien der Megalitharchitektur hinweist. Während Grab 1 bei späteren Dokumentationen nur noch einzelne Steinreste zeigte, verfügten Grab 2 und Grab 3 über deutlichere Strukturen. Letztere wurden als Großdolmen beschrieben und waren teilweise von einem Rollsteinhügel umgeben. Diese Bauweise ist charakteristisch für die nordische Megalitharchitektur und spiegelt die rituellen und bestattungskulturellen Praktiken der Trichterbecherkultur wider. Die Gräber dienten vermutlich als Sammelgräber für mehrere Familien oder Gemeinschaften und zeugen von komplexen gesellschaftlichen Strukturen der Jungsteinzeit.
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Häufige Fragen zu Großsteingräber bei Wesselin
Wo befinden sich die Großsteingräber bei Wesselin?
Quelle: wikipedia
Wie viele Großsteingräber gab es ursprünglich bei Wesselin?
Quelle: wikipedia
Welche Bedeutung hatten die Großsteingräber bei Wesselin für die Forschung?
Quelle: wikipedia
Welche Art von Grabanlagen waren die Großsteingräber bei Wesselin?
Quelle: wikipedia