Denkmal/Gedenkstätte

Lenin-Denkmal

18546 Sassnitz

Tipps

  • Der Gedenkstein befindet sich direkt am Hafen, nahe des Rügen-Hotels, und lädt zum Innehalten ein.
  • Die sanierte Inschrift ist seit 2017 wieder lesbar und erinnert an Lenins historische Reise von 1917.
  • Eine kleine Infotafel zeigt die Route der Reise, die von Zürich über Sassnitz nach Russland führte.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Lenin-Denkmal

Das Lenin-Denkmal in Sassnitz ist ein bedeutendes Kulturdenkmal im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern und erinnert an einen entscheidenden Moment der Weltgeschichte. Es gedenkt der Durchreise Wladimir Iljitsch Lenins im Jahr 1917, als er von der Schweiz aus auf dem Weg in sein revolutionäres Russland Sassnitz als Umstiegsort zum Schweden-Dampfer nutzte. Diese historische Zugreise, die von Stefan Zweig als „schicksalsentscheidend“ bezeichnet wird, markiert den Beginn der russischen Oktoberrevolution und damit einen Wendepunkt des 20. Jahrhunderts.

Das Denkmal selbst besteht aus einem roten Granitblock, der ursprünglich 1962 vor dem ehemaligen Seemannsheim „John Scher“ eingeweiht wurde. Nach der Wende wurde es an seinen heutigen Standort direkt am Hafenhang verlegt, nahe des Rügen-Hotels. Dort thront es heute etwas abseits der zentralen Fußgängerzone und bietet den Besucher*innen einen ruhigen Platz mit Blick auf die Ostsee. Die Inschrift, die einst durch Witterungseinflüsse kaum lesbar geworden war, wurde anlässlich des Jubiläums der Oktoberrevolution umfangreich saniert und ist nun wieder gut zu entziffern.

Die Botschaft des Gedenksteins lautet: „Wlamidir Iljitsch Lenin kehrte 1917 aus der Emigration über Sassnitz zur Leitung der großen sozialistischen Oktoberrevolution nach Russland zurück.“ Zusätzlich wurde eine kleine Infotafel angebracht, die den Weg Lenins im Jahr 1917 veranschaulicht. Ursprünglich existierte an der Stelle auch ein kleines Museum, das jedoch nach der deutschen Wiedervereinigung schloss. Ein Teil des Exponate, darunter der angebliche Waggon aus Lenins Reise, verschwand aus Sassnitz und wird heute nicht mehr gezeigt.

Während der Zeit der DDR wurden in Sassnitz zwei weitere Lenin-Repräsentationen errichtet: eine Büste aus dem Jahr 1970, die heute im städtischen Depot lagert, sowie ein Relief am Opfern des Faschismus gewidmeten Denkmal von 1973. Diese Zeugnisse der offiziellen Staatsideologie verdeutlichen den ideologischen Wert, den die Stadt damals mit Lenin verband. Heute lädt das Denkmal im Hafen von Sassnitz zum Innehalten und Reflektieren ein – sowohl über die Geschichte als auch über die ambivalente Rolle Lenins in der Welt des 20. Jahrhunderts.

Obwohl das Lenin-Denkmal in Sassnitz polarisierend wirkt – wie die Bewertungen der Besucher*innen zeigen –, bleibt es ein stilles, aber eindrucksvolles Zeugnis einer bewegten Zeit. Es erinnert daran, dass Geschichte nicht einfach verschwindet, sondern weiterwirkt, manchmal sogar mit einem ironischen Seitenblick auf die Gegenwart. Wer seine Geschichte nicht kennt, so heißt es, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen – ein Gedanke, der angesichts des Denkmals mit seiner umschifften Textur und seiner zentralen Botschaft besonders gegenwärtig bleibt.

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