Pfarrkirche St. Nikolaus
Highlights
- Die Pfarrkirche St. Nikolaus in Gangelt ist eine gotische Basilika aus dem 14. und 15. Jahrhundert.
- Sie verfügt über den größten Glockenturm im Kreis Heinsberg und zählt zu den Baudenkmälern.
- Wichtige Ausstattungsstücke sind die Kreuzigungsgruppe um 1520 und der Orgelprospekt von 1750.
Tipps
- Die Pfarrkirche St. Nikolaus in Gangelt ist eine gotische Basilika aus dem 14. und 15. Jahrhundert mit bemerkenswerter Architektur und historischer Ausstattung.
- Interessante Details sind der originale Hochaltar, die Kreuzigungsgruppe über dem Triumphbogen sowie der neugotische Orgelprospekt.
- Der direkt umgebende Friedhof mit historischen Grabmalen lädt zur Besichtigung ein und ergänzt den kirchlichen Besuch sinnvoll.
Eigenschaften
Über Pfarrkirche St. Nikolaus
Die Pfarrkirche St. Nikolaus in Gangelt ist eine romanisch-katholische Kirche im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen. Als Baudenkmal unter Denkmalschutz steht sie für eine gotische Backsteinarchitektur des Spätmittelalters. Der im 14. Jahrhundert errichtete, massive Turm aus Kalksteinquadern wird von einem schlanken, neunjochigen Langhaus aus dem 15. Jahrhundert umschlossen. Der Westbau, der den Turm einrahmt, entstand im frühen 16. Jahrhundert. Die Kirche ist 41 Meter lang und 16 Meter breit und gliedert sich in drei Schiffe, die von vierkantigen Pfeilern getragen werden. Besondere architektonische Merkmale sind die gotischen Spitzbogenfenster, die Kreuzrippengewölbe sowie die reich verzierten Konsolen und Schlusssteine.
Die heutige Gestalt der Kirche ist maßgeblich von der umfassenden Restaurierung des Jahres 1860 geprägt. Bis 1951 erfolgte die Beseitigung von Kriegsschäden. Im Inneren finden sich bemerkenswerte Kunstwerke, darunter eine überlebensgroße Kreuzigungsgruppe aus der Zeit um 1520, die auf einem Balken unter dem Triumphbogen steht und dem Meister von Elsloo zugeschrieben wird. Die Gestalt Christi wird darin im Übermaß des Leidens dargestellt, begleitet von Maria und Johannes mit detailreich gefalteter Tracht. Ebenfalls erhalten geblieben sind der Hochaltar sowie mehrere Seitenaltäre und der historische Kreuzweg. Der neugotische Orgelprospekt aus dem Jahr 1750 ruht auf einem klassizistischen Unterbau, während weitere Ausstattungsgegenstände von Heinrich Wiethase im neugotischen Stil gestaltet wurden.
Die Kirche verfügt über das größte Geläute im Kreis Heinsberg, geprägt vom Motiv „Veni, Creator Spiritus“. Auf dem direkt die Kirche umgebenden Friedhof befinden sich Grabmale aus dem 17. und 18. Jahrhundert, darunter das neugotische Grabmal des Kölner Weihbischofs Anton Gottfried Claßen, der in Gangelt geboren wurde. Archäologische Untersuchungen deuten auf eine Vorgängerkirche aus dem 12. oder 13. Jahrhundert hin. Die heutige Basilika wurde im 15. Jahrhundert als dreischiffiger Bau errichtet, wobei der Westturm bereits existierte. 1518/19 wurde der Westbau erweitert.
Die Geschichte der Pfarre reicht bis ins frühe Mittelalter zurück. Erste urkundliche Erwähnungen datieren aus dem 13. Jahrhundert. Das Patronatsrecht lag zunächst beim Heinsberger Prämonstratenserinnenkloster, das die Seelsorge bis zur Auflösung der Klöster 1802 übernahm. Im Zuge der bischöflichen Neugliederungen wechselte die Kirche mehrfach die Zuständigkeit, ehe sie schließlich in das Bistum Aachen und später in das Erzbistum Köln eingegliedert wurde. Im 19. und 20. Jahrhundert wurden mehrere Filialgemeinden abgetrennt, darunter Hastenrath, Langbroich und Stahe.