Alter Glockenturm
Highlights
- Der Alte Glockenturm in Lugau/Erzgebirge ist ein mittelalterlicher Kirchturm mit Glocken von 500 und 700 Jahren.
- Er steht seit 1508 und zählt zu den ältesten Baudenkmälern der Region.
- Die Glocken im Turm sind die ältesten Zeugnisse der Lugauer Geschichte.
Tipps
- Der alte Glockenturm in Niederlugau ist ein mittelalterlicher Teil einer Wehranlage und beherbergt zwei historische Glocken aus dem 13. und 15. Jahrhundert.
- Der Turm steht direkt neben der Kreuzkirche, die in mehreren Bauphasen entstand und heute im Neoromanischen Stil gestaltet ist.
- In der Umgebung befinden sich erhaltene Fachwerkhäuser und historische Bauerngüter, die einen Einblick in die Dorfgeschichte ermöglichen.
Eigenschaften
Über Alter Glockenturm
Der Alter Glockenturm in Lugau/Erzgebirge ist eine bedeutende historische Sehenswürdigkeit und zentraler Bestandteil des kulturellen Erbes der Region. Gelegen im Kern des ehemaligen Bauerndorfs Niederlugau, stellt der Turm ein erhaltenes Zeugnis mittelalterlicher Bautradition dar. Ursprünglich als Eingang zum befestigten Kirchhof fungierend, war er integraler Bestandteil einer dörflichen Wehranlage. Der Turm selbst wurde erstmals in einer Urkunde des Mittelalters erwähnt und bildet somit einen der ältesten Baubestände im Ort.
Im Glockenturm hängen heute zwei Glocken, die aus verschiedenen Epochen stammen und ein Alter von bis zu siebenhundert Jahren aufweisen. Damit gehören sie zu den historisch bedeutendsten Glocken der Gegend und zeugen von der langen Tradition des Ortes. Die ältere der beiden Glocken ist rund zweihundert Jahre jünger als die älteste, wodurch sich ein zeitlicher Bogen von fünf Jahrhunderten ergibt. Diese Glocken bilden das älteste erhaltene Geläut der Region und sind ein wichtiges Klangdenkmal.
Der Glockenturm steht unmittelbar neben der Kreuzkirche, die als Mittelpunkt des historischen Dorflebens gilt. Die Kirche selbst durchlief mehrere Bauphasen, wobei der ursprüngliche Bau im 19. Jahrhundert abgerissen wurde. Der heutige Name „Kreuzkirche“ wurde ihr im Jahr 1954 verliehen. Im Inneren prägen neoromanische Gestaltungselemente das Erscheinungsbild, darunter eine kunstvolle Orgel sowie eine Kanzel mit Bergmannsmotiv, geschnitzt von Ernst Kaltofen im frühen 20. Jahrhundert. Aus der Vorgängerkirche stammen wertvolle Objekte wie ein Kruzifix von Peter Breuer sowie eine Pietà aus dem frühen 16. Jahrhundert.
Der Kirchhof, der früher als Friedhof genutzt wurde, birgt noch heute einige historische Grabstätten. Unter anderem erinnert eine Gedenkstätte an die Opfer eines Bergwerksunglücks aus dem Jahr 1867. Auch Denkmäler für die Gefallenen beider Weltkriege sowie ein Gedenkstein für den Bergbau-Unternehmer Albert Dufour-Feronce sind dort zu finden. Der heutige Friedhof wurde 1878 außerhalb des Kirchhofbereichs angelegt und zeigt in seiner Gestaltung den Wandel der Zeit.