Denkmal/Gedenkstätte

Prinzenbau (Stuttgart)

Schillerpl. 4, 70178 Stuttgart

Highlights

  • Barockes Schloss aus Sandstein (1605–1722) als Gästebau für württembergische Herzöge, heute Sitz des Justizministeriums Baden-Württembergs.
  • 9-achsiger Bau mit Renaissance-Sockel (1605) und barocker Fassade, rollstuhlgerechter Zugang, Teil des historischen Schillerplatz-Ensembles.
  • Wurde 1944 zerstört, 1947–1951 wiederaufgebaut und als Verwaltungsgebäude modernisiert – heute Kulturdenkmal mit historischer Substanz.

Tipps

  • Der Prinzenbau zeigt architektonische Elemente aus Renaissance, Barock und Klassizismus, die sich in der Fassade und den Portalrahmen widerspiegeln.
  • Ein barrierefreier Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität den Besuch des historischen Gebäudes am Schillerplatz.
  • Das Gebäude verbindet sich mit weiteren historischen Bauten wie dem Alten Schloss und der Stiftskirche zu einem Ensemble um das Schillerdenkmal.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kulturdenkmal Prinzenbau Stuttgart

Der Prinzenbau in Stuttgart zählt zu den bedeutendsten historischen Bauten der württembergischen Residenzstadt und verbindet barocke Pracht mit klassizistischer Eleganz. Ursprünglich als Stadtschloss für die württembergischen Herrscher errichtet, diente er bis 1918 als repräsentativer Wohnsitz für königliche Familienmitglieder und als Empfangshalle für Gäste. Sein Name leitet sich von der Nutzung als Unterkunft für Prinzen und hochrangige Gäste ab. Heute beherbergt das Gebäude seit 1952 das baden-württembergische Justizministerium und ist ein zentraler Bestandteil des historischen Ensembles am Schillerplatz.

Der Bau entstand schrittweise zwischen dem späten 16. und frühen 18. Jahrhundert. Der Architekt Heinrich Schickhardt legte 1605–1607 den Grundstein mit Keller und Sockelgeschoss im Stil der Renaissance. Im 17. Jahrhundert erfolgte unter dem Einfluss des Barock eine grundlegende Umgestaltung durch Matthias Weiß, der das Gebäude mit prächtigen Fassadenelementen und monumentalen Portalen ausstattete. Die Rückfront mit korinthischen Kolossalpilastern verleiht dem Bau trotz seiner scheinbaren Schlichtheit eine barocke Monumentalität, die sich deutlich von der umgebenden bürgerlichen Architektur abhebt. Ursprünglich schloss der Prinzenbau zum Tunzhofer Tor hin mit einem Fachwerk-Zwerchhaus ab, das später durch Steinmauerwerk ersetzt wurde.

Das Gebäude ist Teil eines einzigartigen architektonischen Gefüges am Schillerplatz, zu dem auch das Alte Schloss, die Alte Kanzlei, die Stiftskirche und der Fruchtkasten zählen. Der Platz selbst trägt seit 1934 den Namen Schillerplatz und ist um das zentrale Schillerdenkmal gruppiert. Während der Prinzenbau lange Zeit als Registratur oder sogar als Weinlagerstätte genutzt wurde, fand er im 19. Jahrhundert auch als kulturelle Sehenswürdigkeit Beachtung – wenn auch oft nur als „ruhig vornehmer Hintergrund“ des Denkmals wahrgenommen. Die Fassadengliederung mit ihren abwechselnden Segment- und Dreiecksgiebeln sowie die ornamentierten Portalrahmen spiegeln den Übergang vom Renaissance- zum Barockstil wider.

Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde der Prinzenbau zwischen 1947 und 1951 originalgetreu wiederaufgebaut und an die Anforderungen eines modernen Verwaltungsgebäudes angepasst. Trotz seiner heutigen Nutzung als Ministerialgebäude bleibt der Bau ein Zeugnis der württembergischen Baukunst und ein Beispiel für die harmonische Verbindung historischer Stile. Die Kellerkonstruktion aus Quadersteinen ohne Säulen sowie die zurückhaltende, aber wirkungsvolle Rückfront unterstreichen seinen Charakter als feudaler Repräsentationsbau. Der Prinzenbau ist somit nicht nur ein architektonisches Juwel, sondern auch ein Stück lebendiger Geschichte Stuttgarts.

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