Motte Alde Berg
Highlights
- Der Alde Berg ist die größte und besterhaltene Motte am Niederrhein.
- Sie liegt im Wald zwischen Arsbeck und Dalheim-Rödgen im Helpensteiner Bachtal.
- Auf dem Burghügel stand bis 1970 eine Fachwerkkapelle, heute erinnert nur noch ein Kreuz daran.
Tipps
- Beim Anton-Raky-Weiher an der Seniorenbank beginnt der Weg zum Alde Berg – geradeaus den Hügel hinauf zur gut sichtbaren Treppe.
- Ausgetretene Holzstufen auf der Ostseite ermöglichen einen einfacheren Aufstieg zum Burghügel.
- Rund um den Alde Berg verlaufen idyllische Wanderwege durch das Naturschutzgebiet mit Sumpfzonen und kleinen Seen.
Eigenschaften
Über Motte Alde Berg
Die Motte Alde Berg ist eine bedeutende historische Sehenswürdigkeit im nordrhein-westfälischen Wegberg-Arsbeck und zählt zu den größten und besterhaltenen Burghügeln am Niederrhein. Gelegen im Helpensteiner Bachtal, zwischen den Ortsteilen Arsbeck und Dalheim-Rödgen, erhebt sich der rund 12 Meter hohe Erdwall über die umliegende Landschaft. Archäologen schätzen, dass für den Aufschüttungsvorgang etwa 30.000 Kubikmeter Erde bewegt wurden. Der Durchmesser am Fuße der Motte beträgt etwa 20 Meter. Der Name „Alde Berg“ leitet sich von der alten Bezeichnung „Aldeborg“ ab, was „die alte Burg“ bedeutet.
Der Aufstieg zur Motte erfolgt über ausgetretene Holzstufen auf der östlichen Seite, die den Weg auf den ehemaligen Burghügel ermöglichen. Die Fläche des Hügels selbst ist heute von einem dichten Wurzelgeflecht überwuchert. Bis in die 1970er Jahre stand auf dem Berg eine Fachwerkkapelle, die Anfang des 19. Jahrhunderts errichtet worden war. Heute erinnert nur noch ein Kreuz an diesen sakralen Bau. Die Lage des Alde Berg ist von idyllischen Wanderwegen umgeben, die durch das nahegelegene Naturschutzgebiet Helpensteiner Bachtal führen. Zu den Besonderheiten der Region zählen verschiedene Sumpfzonen sowie kleine Seen, die das Landschaftsbild prägen.
Der Alde Berg war vermutlich vom Mittelalter bis ins späte Mittelalter besiedelt. Eine erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Zusammenhang mit einem Ritter namens Arnoldus miles de Orsbeke, der möglicherweise im 13. Jahrhundert hier lebte. Die genaue Entstehungszeit der Motte lässt sich nicht exakt bestimmen, doch ihre Bedeutung als befestigte Anlage in der Region ist unbestritten. Im Volksmund ranken sich seit Jahrhunderten verschiedene Sagen um den Berg. Dazu gehören Erzählungen von Zwergen, sogenannten „Feuermännchen“, die im Inneren des Hügels lebten, sowie von einem Werwolf, der Wanderer zum Tragen zwang. Auch von einer „Weißen Frau“, die gegen Mitternacht gesichtet wurde, wird in mündlicher Überlieferung berichtet.
Eine weitere Sage berichtet von heilenden Kräften des Alde Berg. Volksüberlieferung zufolge banden Menschen kranke Teile symbolisch an den Berg, indem sie Zweige verknoteten – in der Hoffnung, dass der Berg die Krankheit aufnehme und auflöse. Diese Vorstellung unterstreicht den mystischen Charakter des Ortes, der bis heute in der örtlichen Bevölkerung nachwirkt. Inspiriert von der romantischen Lage errichtete der Tiefbohrpionier Anton Raky Anfang des 20. Jahrhunderts eine Villa mit Blick auf den benachbarten Weiher, der heute als „Anton-Raky-Weiher“ bekannt ist.
Die Motte Alde Berg ist ein ruhiges, landschaftlich reizvolles Ausflugsziel, das sowohl Wanderfreunde als auch Interessierte der Regionalgeschichte anspricht. Der Weg dorthin führt abseits der Hauptstraßen durch den Wald und verlangt etwas Orientierungsgeschick, da die exakte Position bei einigen digitalen Karten ungenau wiedergegeben wird. Von der Spitze des Berges bietet sich ein eindrucksvoller Blick über das Bachtal. Die Stille und die unberührte Natur machen den Ort zu einem besonderen kulturellen Denkmal in der Region.