Motte
Highlights
- Der Alde Berg ist die größte und besterhaltene Motte am Niederrhein.
- Sie liegt im Wald zwischen Arsbeck und Dalheim-Rödgen, gut versteckt im Helpensteiner Bachtal.
- Archäologen datieren die Besiedlung des Burghügels etwa zwischen 1150 und dem 14. Jahrhundert.
Tipps
- Beim Anton-Raky-Weiher an der Seniorenbank beginnt der Weg zum Alde Berg – geradeaus und den Hügel hinauf führen die Treppen direkt zur Motte.
- Ausgetretene Holzstufen auf der Ostseite ermöglichen einen einfachen Aufstieg zum Burghügel im Wald zwischen Arsbeck und Dalheim-Rödgen.
- Rund um den Alde Berg erstrecken sich idyllische Wanderwege durch das Naturschutzgebiet Helpensteiner Bachtal mit Sumpfzonen und kleinen Seen.
Eigenschaften
Über Motte
Die Motte „Der Alde Berg“ befindet sich im nordrhein-westfälischen Wegberg-Arsbeck im Kreis Heinsberg und gilt als größte erhaltene Motte, also Burghügel, am Niederrhein. Sie liegt versteckt im Helpensteiner Bachtal, nahe der Grenze zu den Ortsteilen Arsbeck und Dalheim-Rödgen. Der etwa 12 Meter hohe Erdhügel hat einen Durchmesser von rund 20 Metern im unteren Bereich und soll aus annähernd 30.000 Kubikmetern Erde aufgeschüttet worden sein. Archäologen vermuten, dass der Berg vom Mittelalter bis ins späte Mittelalter bewohnt war. Erstmals urkundlich erwähnt wurde um das Jahr 1223 ein Ritter namens „Arnoldus miles de Orsbeke“, der möglicherweise hier residierte.
Der Name „Alde Berg“ geht auf die alte Bezeichnung „Aldeborg“ zurück, was „die alte Burg“ bedeutet. Auf dem Burghügel stand bis ins 20. Jahrhundert eine Fachwerkkapelle, die etwa um das Jahr 1850 erbaut worden war. Diese wurde in den 1970er Jahren abgerissen, heute erinnert nur noch ein Kreuz an ihren ehemaligen Standort. Der Aufstieg zur Motte erfolgt über ausgetretene Holzstufen auf der Ostseite, die den Weg auf den imposanten, von Wurzeln überzogenen Hügel erleichtern. Die romantische Lage im Wald, umgeben von Naturschutzgebiet, kleinen Seen und Sumpfzonen, macht diesen Ort zu einem besonderen kulturellen und landschaftlichen Zeugnis der Region.
Im Laufe der Jahrhunderte ranken sich verschiedene Sagen um den Alde Berg. So wird von Zwergen erzählt, die im Volksmund als „Feuermännchen“ bekannt waren und im Inneren des Berges lebten. Eine weitere Sage berichtet von einem lauffaulen Werwolf, der Wanderer dazu zwang, ihn nachts zu tragen. Auch Erscheinungen einer „Weißen Frau“ sollen wiederholt um Mitternacht gesichtet worden sein. Traditionell wurde dem Berg zudem eine heilende Kraft nachgesagt: Kranke banden dort verknüpfte Zweige, um ihre Krankheit symbolisch an den Berg zu binden, der sie dann in die Luft auflösen sollte.
Die Umgebung des Alde Berg lädt zu Spaziergängen durch das idyllische Helpensteiner Bachtal ein. Wanderwege führen an kleinen Seen und entlang des Baches vorbei, was den Ort zu einem beliebten Ziel für Natur- und Kulturinteressierte macht. In unmittelbarer Nähe befindet sich der Anton-Raky-Weiher, benannt nach dem Tiefbohrpionier Anton Raky, der Anfang des 20. Jahrhunderts eine Villa mit Blick auf den Weiher errichten ließ. Besucher berichten, dass das Gelände etwas schwer zu finden ist, da es bei Google Maps ungenau verzeichnet ist. Von der Seniorenbank am Weiher aus führt ein Weg geradeaus den Hügel hinauf, wo die Treppen zur Motte sichtbar werden.