Dorfkirche Gelmeroda
Highlights
- Die Dorfkirche Gelmeroda entstand um 1200 im romanischen Stil, mit gotischem Chor und barocken Anbauten sowie modernen Ergänzungen wie der Lichtskulptur (1999).
- Seit 1994 als erste Autobahnkirche der Neuen Länder anerkannt, beherbergt sie eine ständige Ausstellung zu Lyonel Feiningers Werk und zwei Bronzeglocken (19./20. Jh.).
- Reste mittelalterlicher Seccomalerei im Chor und eine 1991 eingeweihte Orgel prägen das historische Kircheninnere mit zeitgenössischen Ausstellungsflächen.
Tipps
- Die Dorfkirche Gelmeroda zeigt auf der Empore eine ständige Ausstellung mit Werken des Künstlers Lyonel Feininger, die in ein Regal- und Vitrinensystem integriert ist.
- An der Ostwand des Chors sind Reste einer mittelalterlichen Seccomalerei aus dem 13. Jahrhundert erhalten, die bei Besichtigungen sichtbar werden.
- Die Lichtskulptur ‚LS 9803‘ von 1999 an der Fassade erinnert an Lyonel Feininger und verbindet moderne Kunst mit der historischen Bausubstanz der Kirche.
Eigenschaften
Kultur & Sakral: Dorfkirche Gelmeroda in Weimar
Die Dorfkirche Gelmeroda in Weimar-Gelmeroda ist ein faszinierendes Zeugnis mittelalterlicher Baukunst und künstlerischer Vielfalt. Ihre Ursprünge reichen bis ins frühe 13. Jahrhundert zurück, als die ersten Teile der Chorturmkirche errichtet wurden. Der Chor wurde kurz darauf nach Osten erweitert und bewahrt bis heute Spuren einer mittelalterlichen Seccomalerei aus dieser Zeit – ein selten erhaltenes Kunstwerk, das die Geschichte des Ortes lebendig werden lässt.
Über die Jahrhunderte prägten verschiedene Baustile das Erscheinungsbild der Kirche: Romanik und Gotik sind in den ältesten Mauern erkennbar, während barocke Elemente später hinzugefügt wurden. Besonders markant ist die Lichtskulptur „Feiningerkirche“ (LS 9803), die 1999 nach einem Entwurf des Weimarer Architekten Peter Mittmann installiert wurde. Die Skulptur ehrt den berühmten Maler Lyonel Feininger, dessen Werk in einer ständigen Ausstellung in der Kirche präsentiert wird. Diese Verbindung von sakraler Architektur und moderner Kunst macht die Kirche zu einem einzigartigen Ort der Begegnung.
Die Kirchengemeinde Gelmeroda hat die Kirche im Laufe der Zeit zu einem Ort der Begegnung und des kulturellen Austauschs entwickelt. 1994 erhielt sie als erste Kirche in den Neuen Bundesländern den Status einer Autobahnkirche, was ihre Bedeutung für Reisende und Passanten unterstreicht. Die Orgel auf der Empore, seit 1991 vorhanden und 2012 erworben, ergänzt das musikalische Angebot, während die zweite Bronzeglocke – neben der älteren aus dem 19. Jahrhundert – den Klangraum der Kirche bereichert.
Besonders sehenswert ist die moderne Umgestaltung der Empore, die 2012 durch ein Regal- und Vitrinensystem ergänzt wurde. Die bisherige Ausstellung zu Lyonel Feininger wurde in die Emporenwand integriert, während eine Glassichtscheibe den Blick auf die Orgel ermöglicht. Diese Kombination aus historischer Substanz und zeitgenössischer Gestaltung zeigt, wie die Kirche sich stets weiterentwickelt – ohne ihre Ursprünge zu vergessen.
Die Evangelische Kirchengemeinde Weimar-Gelmeroda lädt regelmäßig zu Gottesdiensten und kulturellen Veranstaltungen ein, etwa zu Christi Himmelfahrt mit Festgottesdiensten im Grünen. Die Kirche steht damit nicht nur als sakraler Ort, sondern auch als Ort der Gemeinschaft und des kulturellen Erbes im Herzen von Weimar-Gelmeroda.