Kirche Gelmeroda - Autobahnkirche ("Feiningerkirche")
Highlights
- Romanik-Chorturm aus dem 13. Jh. mit gotischem Chor und barocken/modernen Anbauten; mittelalterliche Freskreste erhalten.
- Autobahnkirche seit 1994, mit Feininger-Ausstellung (ab 1991) und 1999 errichteter Lichtskulptur zur Erinnerung an den Künstler.
- Zwei Bronzeglocken (älteste 19. Jh.), kleine Orgel seit 1991, 2012 durch Gemeinde erworben; Vitrinen-Ausstellung an der Empore.
Tipps
- Die Kirche verfügt über eine ständige Ausstellung mit Werken des Künstlers Lyonel Feininger, die in die Architektur der Empore integriert ist.
- Die Lichtskulptur von 1999 an der Fassade erinnert an Lyonel Feininger und schafft durch ihre Gestaltung eine moderne Akzentuierung des historischen Bauwerks.
Eigenschaften
Kirche Gelmeroda – Autobahnkirche in Petersgasse 33
Ihre Anfänge reichen bis ins frühe 13. Jahrhundert zurück, als der Chorturm als Kern der romanischen Kirche errichtet wurde. Nur wenige Jahre später folgte die Erweiterung des Chors nach Osten, wobei sich dort bis heute Fragmente einer mittelalterlichen Seccomalerei aus dieser Zeit erhalten haben.
Im Laufe der Jahrhunderte prägten verschiedene Baustile das Erscheinungsbild der Kirche: Romanik und Gotik sind in den ältesten Mauern spürbar, während barocke Elemente und moderne Eingriffe – etwa im 20. Jahrhundert – das Gebäude bis heute charakterisieren. Besonders markant ist die Umgestaltung der Empore, die 1991 als erste Autobahnkirche in den Neuen Bundesländern eingeweiht wurde. Diese Funktion als „Autobahnkirche“ unterstreicht ihre Bedeutung als spiritueller Ort für Reisende entlang der nahen Verkehrswege.
Ein zentraler Anziehungspunkt der Kirche ist die ständige Ausstellung zum Werk des berühmten Künstlers Lyonel Feininger, die seit den 1990er-Jahren in den Räumlichkeiten präsentiert wird. Die Verbindung zur Kunstwelt vertieft sich durch die 1999 installierte „Lichtskulptur Feiningerkirche“, eine von Architekt Peter Mittmann entworfene Installation, die an Feiningers Schaffen erinnert. Ergänzt wird das Angebot durch eine kleine Orgel, die seit 1991 auf der Empore steht und 2012 durch die Kirchengemeinde erworben wurde.
Die Kirche vereint so sakrale Tradition mit moderner Kunst und praktischer Funktion: Die Umgestaltung der Empore mit Regal- und Vitrinensystemen sowie die Integration der Feininger-Ausstellung in die Emporenwand schaffen einen Raum, der Geschichte, Spiritualität und Kultur verbindet. Unterstützt wurde diese Entwicklung durch engagierte Partner wie den Kirchenkreis Weimar, das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Thüringen sowie die Rudolf-August Oetker Stiftung, die die einzigartige Prägung der Kirche maßgeblich förderten.
Mit ihrem vielfältigen Angebot – von den mittelalterlichen Fresken über die zeitgenössische Kunst bis hin zur Funktion als Autobahnkirche – ist die Feiningerkirche ein besonderer Ort der Begegnung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Sie lädt Besucher ein, die Spuren von über acht Jahrhunderten zu erkunden und gleichzeitig die Verbindung von Glauben, Kunst und Architektur zu erleben.