Pfarrei St. Martin Landshut
Highlights
- Die Pfarrei St. Martin Landshut beherbergt eine spätgotische Hallenkirche mit romanischen Resten seit der Stadtgründung 1204.
- Einzigartig ist das gotische Grabmal des Stifters Kastulus an der Außenwand sowie das größte spätgotische Kruzifix Europas aus einem Stamm.
- Barocke Umgestaltung (1700) und gotische Wiederherstellung (19. Jh.) prägten den Innenraum mit originalem Hochaltar aus Sandstein von 1424.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang über eine Rampe am Südostportal ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Eintritt in die Kirche.
- Die romanischen Reste aus dem 13. Jahrhundert und die spätgotische Architektur der Hallenkirche bieten Einblicke in die Baugeschichte seit der Stadtgründung Landshuts.
- Das Chorgestühl wird im Sommer täglich morgens vom Stiftskapitel für das Chorgebet genutzt und zeigt die historische Nutzung des Raumes.
Eigenschaften
Kultur & Sakrales in Landshut: Pfarrei St. Martin
Die Pfarrei St. Über den Resten eines romanischen Vorgängerbaus aus der Zeit der Stadtgründung 1204 entstand im Laufe von etwa zwei Jahrhunderten die heutige spätgotische Hallenkirche. Besonders beeindruckend ist ihr dreigliedriger Aufbau: Chorraum, Schiff und Turm, dessen Fertigstellung um 1500 abgeschlossen wurde. Die Kirche vereint romanische Substanz mit spätgotischen und barocken Prägungen – ein einzigartiges Zeugnis mittelalterlicher Architektur und künstlerischer Entwicklung.
Ein besonderes Juwel der Pfarrei ist das portraithafte Grabmal des Stifters an der südlichen Außenwand, das zu den bedeutendsten seiner Art in Bayern zählt. Neben der St. Martin-Kirche in Landshut finden sich vergleichbare Werke in Straubing, Salzburg, Neuötting und Wasserburg. Im Inneren besticht das Chorbogenkreuz, eines der größten spätgotischen Kruzifixe Europas, das dem Ulmer Meister Michel Erhard zugeschrieben wird. Aus einem einzigen Stamm geschnitzt, vermittelt es eine überwältigende Präsenz und spirituelle Tiefe. Ergänzt wird das Ensemble durch das Chorgestühl, das bis heute im Sommer von den Kanonikern des Stiftskapitels genutzt wird.
Die Barockisierung um 1700 prägte den Innenraum nachhaltig: Der Hochaltar wurde mit einem kolossalen Altarblatt und monumentalen Assistenzfiguren überbaut. Später erfolgte eine Rückbesinnung auf die gotische Substanz, wobei die barocken Elemente an anderer Stelle erhalten blieben. Die Rosenkranzmadonna des Landshuter Bildhauers Hans Leinberger (um 1517) zählt zu den herausragenden Werken der Region – eine vollplastische Schwebefigur, ursprünglich von einem 3,5 Meter hohen Rosenkranz umgeben. Auch das Taufportal (1450) mit seiner Darstellung der Taufe Jesu und das Bauernportal (um 1480) mit dem berühmten „Affen“ im Zierwerk sind Meisterwerke spätgotischer Steinmetzkunst.
Die Pfarrei St. Martin ist nicht nur ein architektonisches Denkmal, sondern auch ein lebendiger Ort des Glaubens und der Kunst. Regelmäßige Sanierungen – etwa die großangelegte Fundament- und Dachrenovierung von 1978 bis 1991 – sichern die Erhaltung dieses einzigartigen Bauwerks. Aktuell stehen die Fenster in den nächsten Jahren auf dem Sanierungsplan. Mit ihrem barrierefreien Zugang über eine Rampe am Südostportal (Martinsfriedhof) öffnet sich die Kirche auch modernen Ansprüchen. Ein Besuch verspricht eine faszinierende Reise durch die Geschichte Landshuts – von der Romanik bis zur Gegenwart.