Denkmal/Gedenkstätte

Stiftsbasilika St. Martin

Kirchgasse 232, 84032 Landshut

Highlights

  • Die Stiftsbasilika St. Martin in Landshut entstand ab 1392 als spätgotische Hallenkirche mit romanischen Resten seit 1204.
  • Barocke Umgestaltung um 1700 prägte Innenraum und Hochaltar; erhaltene Assistenzfiguren und Altarblatt zeugen von dieser Epoche.
  • Ein fast aus einem Stamm geschnitztes spätgotisches Kruzifix (um 1500) zählt zu den größten Europas und stammt vermutlich von Michel Erhard.

Tipps

  • Ein barrierefreier Zugang über eine Rampe am Südostportal ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Eintritt.
  • Die Stiftsbasilika vereint romanische Reste aus dem 13. Jahrhundert mit spätgotischen und barocken Gestaltungselementen aus den folgenden Jahrhunderten.
  • Das spätgotische Chorbogenkreuz aus einem einzigen Stammholz, zugeschrieben dem Ulmer Meister Michel Erhard, zählt zu den bedeutendsten Kunstwerken der Region.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Stiftsbasilika St. Martin Landshut Kulturdenkmal

Die Stiftsbasilika St. Martin in Landshut zählt zu den bedeutendsten Sakralbauten der Region und vereint über sieben Jahrhunderte Baugeschichte in einem einzigartigen Ensemble. Auf den Fundamenten eines romanischen Vorgängerbaus, der bereits 1204 mit der Gründung der Stadt verbunden war, entstand im Laufe der Zeit eine spätgotische Hallenkirche. Der Chorraum markiert den ältesten erhaltenen Teil, während der Turm erst im frühen 16. Jahrhundert seinen Abschluss fand. Besonders beeindruckend ist die harmonische Verbindung von gotischer Architektur und späterer barocker Prägung – ein Zeugnis der stetigen Weiterentwicklung des Gotteshauses.

Seit 1595 dient die Basilika als Kanonikerstift, was ihre Bedeutung als geistliches Zentrum unterstreicht. Im 18. Jahrhundert erfolgte eine weitreichende Barockisierung, die den Innenraum neu gestaltete. Obwohl der Hochaltar damals vollständig überarbeitet wurde, blieben Teile der ursprünglichen Ausstattung erhalten: Das monumentale Altarblatt und zwei Assistenzfiguren finden heute an anderer Stelle im Kirchengebäude ihre Stelle als künstlerische Zeugen vergangener Epochen. Diese Kontraste zwischen Gotik und Barock prägen bis heute das Erscheinungsbild der Stiftsbasilika.

Ein absolutes Highlight ist das spätgotische Chorbogenkreuz, eines der größten seiner Art in Europa. Aus einem einzigen Stamm geschnitzt, wird es dem Ulmer Meister Michel Erhard zugeschrieben. Die expressiven Züge des leidenden Christus wirken bis heute berührend – die ruhige Innigkeit der Darstellung lässt jeden Betrachter in stiller Andacht verweilen. Spielend wird zudem auf die beiden Äffchen im gotischen Zierwerk des Kielbogens verwiesen, die als detailreiche Verzierung die künstlerische Meisterschaft der Zeit offenbaren.

Barrierefreiheit ist in der Stiftsbasilika seit 2012 gewährleistet: Über eine Rampe am Südostportal (Martinsfriedhof) ist ein ungehinderter Zugang für alle Besucher möglich. Die Taufkapelle wurde 2015 gestalterisch neu aufgegriffen und integriert dabei Motive des heiligen Martin als zentrales Element. Die Basilika verbindet somit nicht nur architektonische Pracht mit spiritueller Tiefe, sondern setzt auch moderne Zugänglichkeit mit historischer Wertschätzung gleich – ein Ort, der Kultur, Geschichte und Andacht unter einem Dach vereint.

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