Opfer der Euthanasie
Highlights
- In Leipzig-Sellerhausen-Stünz erinnert die Gedenkstätte Zwangsarbeit an die Opfer der NS-Zwangsarbeit und Euthanasie.
- Ehemalige Zwangsarbeiter:innen und Angehörige finden hier Unterstützung und historische Aufarbeitung.
- Die Dauerausstellung wird ergänzt durch Führungen, Rundgänge und Bildungsangebote zur NS-Vergangenheit.
Tipps
- Am Tor klingeln und auf eine freundliche Mitarbeiterin warten, die Einlass gewährt und Auskunft gibt.
- Gedruckte Karten am Empfang nutzen, um sich im Wissenschaftspark und zu weiteren Gedenkorten zu orientieren.
- Digitale Angebote wie die Karte zur NS-Zwangsarbeit vor dem Besuch erkunden, um den Kontext besser zu verstehen.
Eigenschaften
Über Opfer der Euthanasie
Die Gedenkstätte „Opfer der Euthanasie“ in Leipzig-Sellerhausen-Stünz erinnert eindrucksvoll an die Opfer des NS-Zwangsarbeitseinsatzes in der Region. Als zentraler Ort der Erinnerungskultur liegt sie direkt am ehemaligen Gelände der HASAG, dem größten Rüstungsbetrieb Sachsens während des Zweiten Weltkriegs. Hier wurden tausende zivile Zwangsarbeiter:innen, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge unter unmenschlichen Bedingungen zur Arbeit gezwungen. Die Gedenkstätte dokumentiert diese Geschichte und macht das Unrecht sichtbar, das während des Nationalsozialismus begangen wurde.
Die Einrichtung dient nicht nur als Museum, sondern auch als Anlaufstelle für ehemalige Zwangsarbeiter:innen und deren Angehörige. Sie erforscht weiterhin wenig beachtete Aspekte der Zwangsarbeit und sammelt wertvolle historische Zeugnisse. Eine gut gestaltete Dauerausstellung vermittelt fundiertes Wissen über die Bedingungen der Zwangsarbeiter:innen und die Strukturen des NS-Regimes vor Ort. Ergänzt wird das Angebot durch Führungen, öffentliche Veranstaltungen, Stadtteilrundgänge sowie vielfältige Bildungsprogramme, die sich insbesondere an Schulen und Jugendgruppen richten.
Besucher:innen erhalten auf Wunsch kostenlose Führungen durch die Gedenkstätte sowie über das ehemalige HASAG-Gelände. Gedruckte Karten ermöglichen zudem eine eigenständige Erkundung weiterer geschichtsträchtiger Orte im Wissenschaftspark. Die Gedenkstätte ist Teil eines größeren Erinnerungs- und Bildungsnetzwerks in Leipzig und lädt zur Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit der Stadt ein. Besonders hervorzuheben ist der freie Zugang zur Dauerausstellung sowie die engagierte Betreuung durch das Team vor Ort.
Die Gedenkstätte trägt ihren Namen zu Recht: Sie erinnert an diejenigen, die unter dem NS-Regime ihr Leben verloren oder unter unvorstellbaren Bedingungen leiden mussten. Sie steht exemplarisch für die Auseinandersetzung mit der Geschichte Sachsens und Leipzigs im Nationalsozialismus. Inmitten des ehemaligen Industriegebiets bietet sie Raum für Gedenken, Lernen und Reflexion – eine wichtige Station für alle, die sich mit der Zeitgeschichte auseinandersetzen möchten.