Beobachtungsbunker Schießbahn West (2000 m)
Highlights
- Der Beobachtungsbunker an der Schießbahn West (2000 m) ist ein erhaltener Teil der ehemaligen Heeresversuchsstelle Kummersdorf.
- Er diente während der Nutzung des Geländes (1874–1945) zur Beobachtung und Dokumentation von Schieß- und Versuchsvorgängen.
- Das Bauwerk steht heute unter Denkmalschutz und ist Zeugnis der militärischen Technikgeschichte.
Tipps
- Führungen müssen im Voraus gebucht werden, da Kapazitäten begrenzt sind und das Gelände ohne Begleitung nicht betreten werden darf.
- Eintritt kostet 20 Euro pro Person und ist nur bar vor Ort zu entrichten.
- Das Gelände ist aus historischer Sicht sehr interessant, jedoch ohne Führung nur eingeschränkt zugänglich.
Eigenschaften
Über Beobachtungsbunker Schießbahn West (2000 m)
Der Beobachtungsbunker Schießbahn West (2000 m) am Mellensee ist ein ehemaliges militärisches Bauwerk und heute Teil einer der bedeutendsten Denkmallandschaften Brandenburgs. Errichtet während der Zeit des Heeresversuchsplatzes Kummersdorf, diente der Bunker als Beobachtungsstand für die nahegelegene Schießbahn und war integraler Bestandteil eines umfangreichen militärtechnischen Erprobungs- und Entwicklungsareals. Diese Einrichtung spielte von der späten Kaiserzeit bis in die Nachkriegszeit hinein eine zentrale Rolle bei der Entwicklung moderner Waffensysteme und später auch raketenbasierter Technologien.
Heute liegt der Bunker in einer landschaftlich reizvollen Region im Kreis Teltow-Fläming, eingebettet in den märkischen Kiefernwald zwischen den Ortschaften Sperenberg und Schönefeld. Er ist eines von zahlreichen Objekten, die von ehrenamtlichen Mitgliedern des Fördervereins Museum Kummersdorf e.V. erforscht, bewahrt und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der Verein, bereits 1990 als Bürgerinitiative gegründet, setzt sich dafür ein, die komplexe Geschichte des ehemaligen Heeresversuchsplatzes – inklusive seiner Rolle in der Raketenforschung unter maßgeblicher Beteiligung von Wernher von Braun – lebendig zu erhalten.
Der Beobachtungsbunker selbst steht exemplarisch für die technische und militärische Innovation dieser Zeit. Als stilles Zeugnis vergangener Epochen vermittelt er Besuchern einen Eindruck von der damaligen Nutzung des Geländes, das bis in die 1990er Jahre von sowjetischen Streitkräften weitergenutzt wurde. Aufgrund seiner historischen und architektonischen Bedeutung ist das Gelände als Baudenkmal, technisches Denkmal, Gartendenkmal und Bodendenkmal klassifiziert. Der Bunker ist Teil einer umfangreichen Führungsroute, die auch andere Objekte wie Raketenprüfstände, Kasernenanlagen, den Flugplatz Sperenberg sowie die Versuchsstelle Gottow umfasst.
Ohne eine von Vereinsmitgliedern geleitete Führung ist der Zugang zum Bunker und zu den übrigen Geländeteilen nicht möglich. Besucher berichten von informativen und eindrucksvollen Rundgängen, die tief in die Geschichte der militärischen Forschung eintauchen. Aufgrund der hohen Nachfrage und der ehrenamtlichen Struktur des Vereins sind Führungen oft ausgebucht, was die Exklusivität und Authentizität des Erlebnisses unterstreicht. Die Führungsinhalte reichen von der frühen Schießplatzgeschichte bis hin zur Bedeutung Kummersdorfs für die Entwicklung der Raketentechnik.