Museum

Forschungsreaktor Gottow

Konsumstraße 5, 15838 Am Mellensee

Highlights

  • Forschungsreaktor Gottow entstand 1926 als militärische Versuchsstelle der Wehrmacht im heutigen Am Mellensee.
  • Die Anlage gehörte zur Heeresversuchsanstalt Kummersdorf und wurde später als Geheimstandort für Atomforschung genutzt.
  • 1943 zogen Forscher aus Berlin wegen der Bombardements dorthin, bis sie 1945 vor der Roten Armee flüchteten.

Tipps

  • Führung buchen, da ohne diese kein Zugang zum Gelände möglich ist.
  • Eintrittskosten in bar vor Ort entrichten, Betrag beträgt 20 Euro pro Person.
  • Geschichtsinteressierte Besucher erhalten auf der Führung umfangreiche Einblicke in die militärische Forschung und Technikgeschichte des Standorts.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Forschungsreaktor Gottow

Der Forschungsreaktor Gottow ist ein bedeutender historischer Ort in Am Mellensee im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg. Ursprünglich als Chemisch-physikalische- und Atom-Versuchsstelle im Rahmen des deutschen Uranprojekts während des Zweiten Weltkriegs eingerichtet, spielte dieser Standort eine zentrale Rolle in der militärischen Forschung der Wehrmacht. Die Anlage gehörte zur Heeresversuchsanstalt Kummersdorf und wurde unter dem Namen „Wa Prüf 11 – Abteilung Sondergerät“ geführt. Hier wurden wegweisende Forschungen im Bereich der Atomphysik, Raketenentwicklung und militärischen Technik durchgeführt, darunter auch Arbeiten von Wernher von Braun.

Die Versuchsstelle Gottow entstand in den 1920er Jahren und entwickelte sich zu einem wichtigen Zentrum der naturwissenschaftlichen und technischen Forschung. Wissenschaftler verschiedener renommierter Institute arbeiteten hier eng mit der Wehrmacht zusammen. Aufgrund der intensiven Luftangriffe auf Berlin wurden Forschungseinrichtungen aus der Hauptstadt in die ländliche Versuchsstelle verlegt, um die Arbeiten ungestört fortzusetzen. Die enge Verzahnung mit namhaften Instituten wie dem Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik oder der Friedrich-Wilhelms-Universität unterstreicht die herausragende Bedeutung des Standorts. Die Forschungsarbeiten wurden jedoch durch den Kriegsverlauf und den Einmarsch der Roten Armee 1945 abrupt beendet.

Heute wird die Geschichte des Forschungsreaktors Gottow sowie des gesamten Heeresversuchsplatzes Kummersdorf durch den Förderverein Museum Kummersdorf e.V. erforscht und aufgearbeitet. Seit 1996 werden Führungen zu verschiedenen historischen Standorten angeboten, darunter auch die ehemalige Atom- und wehrtechnische Versuchsstelle Gottow. Die Besucher erhalten durch fundierte und detaillierte Erklärungen Einblicke in die komplexe technische und militärische Vergangenheit des Geländes. Aufgrund der hohen Nachfrage und der ehrenamtlichen Struktur des Vereins sind die Führungen regelmäßig ausgebucht. Ohne Führung ist der Zugang zum historischen Standort leider nicht möglich.

Das nahegelegene Museum Kummersdorf ergänzt den Besuch mit einer Dauerausstellung, die die Entwicklung des ehemaligen Heeresversuchsplatzes von seiner Gründung bis in die Gegenwart dokumentiert. Exponate, Modelle und Dioramen veranschaulichen die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, insbesondere im Bereich der Raketen- und Kerntechnik. Der Standort gilt als nationales und internationales technisches Denkmal und zieht regelmäßig interessierte Besucher sowie Fachpublikum an. Die Baudenkmäler, Brückenpfeiler, Raketenprüfstände und Bunker im Gelände zeugen noch heute von der ehemaligen Bedeutung des Areals.

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