Museum

Historisch-Technisches Museum Versuchsstelle Kummersdorf

Konsumstraße 5, 15838 Am Mellensee

Highlights

  • Die Heeresversuchsstelle Kummersdorf war ein zentrales Militärforschungs- und Erprobungsgelände von 1875 bis 1945.
  • Das Gelände beherbergt über 160 historische Bauten und gilt heute als technisches sowie militärisches Denkmal von internationalem Rang.
  • Wernher von Braun forschte hier u. a. an Raketen, was Kummersdorf zur Wiege der modernen Raketentechnik machte.

Tipps

  • Eintritt kostet 20 Euro pro Person, bar vor Ort zu entrichten.
  • Das Gelände ist nur im Rahmen einer Führung zugänglich, private Erkundung ist nicht möglich.
  • Führungen sind selten und meist monatelang ausgebucht, rechtzeitige Anfrage ist ratsam.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Historisch-Technisches Museum Versuchsstelle Kummersdorf

Das Historisch-Technische Museum Versuchsstelle Kummersdorf befindet sich im märkischen Kiefernwald nahe der Gemeinde Am Mellensee im brandenburgischen Landkreis Teltow-Fläming. Es erstreckt sich auf einem ehemaligen Heeresversuchsgelände, das zwischen 1874 und 1945 als zentrale militärische Forschungs- und Erprobungseinrichtung diente. Mit einer Fläche von rund 3.200 Hektar und über 160 historischen Bauten wie Kasernen, Bunkern, Prüfständen und Schießbahnen zählt das Areal heute zu den bedeutendsten technischen Denkmälern Deutschlands. Seit 1995 bewahrt der Förderverein Museum Kummersdorf e.V. die Geschichte dieses außergewöhnlichen Ortes und macht sie in einer ständigen Ausstellung sowie durch regelmäßige Führungen erlebbar.

Die Anfänge des Geländes reichen zurück bis ins späte 19. Jahrhundert, als aufgrund des Deutsch-Französischen Krieges ein Artillerieschießplatz errichtet wurde. Aufgrund seiner günstigen Lage in der Nähe Berlins und der Anbindung an das Eisenbahnnetz entwickelte sich Kummersdorf rasch zu einem Zentrum der Waffenforschung. Im Ersten Weltkrieg wurde hier unter anderem die berühmte „Dicke Bertha“ getestet. In der Zeit der Weimarer Republik erfolgte trotz der Beschränkungen des Versailler Vertrags heimlich die Weiterentwicklung moderner Waffentechnik – darunter bahnbrechende Arbeiten an Raketentechnik, an denen später auch Wernher von Braun beteiligt war. Diese frühe Raketenforschung legte den Grundstein für die spätere Raumfahrt.

Nach 1945 wurde das Gelände zunächst von sowjetischen Streitkräften weitergenutzt, bevor es nach der Wende allmählich stillgelegt wurde. Seit den 1990er Jahren setzt sich der Förderverein ehrenamtlich dafür ein, die vielschichtige Geschichte des ehemaligen Militärgeländes zu erforschen und zu bewahren. Neben der Dauerausstellung im Museum informieren geführte Touren über die ehemaligen Kasernenanlagen, Eisenbahnpionierlager, Raketenprüfstände und weitere historische Objekte. Besucher erhalten so Einblicke in die Entwicklung von Waffen, Sprengstoffen, Fahrzeugen und späterer Raketentechnik. Besonders sehenswert sind die erhaltenen Bunker, Brückenpfeiler am Schumkasee sowie die ehemalige Kommandantenvilla mit ihren markanten roten Ziegelbauten.

Das Museum gilt als eine der wichtigsten militärtechnischen Gedenkstätten Deutschlands und zieht regelmäßig interessierte Besucher sowie internationale Forscher an. Aufgrund der Komplexität der Führungen und der ehrenamtlichen Struktur des Vereins sind die Termine stark nachgefragt und meist frühzeitig ausgebucht. Der Eintritt erfolgt in bar vor Ort, wobei der Besuch besonders für geschichtsinteressierte Personen sehr lohnenswert ist. Neben dem Museum bieten auch Vorträge und Exponate, darunter Modelle und Funde aus der Geländeerforschung, einen anschaulichen Zugang zur einzigartigen Vergangenheit dieses außergewöhnlichen Ortes.

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