Großsteingrab Lütow 1
Highlights
- Das Großsteingrab Lütow 1 ist ein etwa 5000 Jahre altes Hünenbett im Wald auf der Halbinsel Gnitz.
- Es wurde von der Trichterbecherkultur um 3000 v. Chr. erbaut und dient als Ganggrab vom Typ Holsteiner Kammer.
Tipps
- Das Großsteingrab Lütow 1 liegt versteckt im Wald und ist ideal in eine Wanderung entlang des alten Kirchsteigs von Lütow nach Netzelkow eingebunden.
- Eine informative Tafel vor Ort erklärt die Geschichte der Megalithanlage, ergänzt durch die Möglichkeit, weitere Funde im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald zu sehen.
- Der nahegelegene Naturort mit altem Baumbestand lädt zu einer ruhigen Pause inmitten mystischer Atmosphäre ein.
Eigenschaften
Über Großsteingrab Lütow 1
Das Großsteingrab Lütow 1 zählt zu den bedeutenden archäologischen Denkmälern der Jungsteinzeit in Mecklenburg-Vorpommern. Es liegt im Ort Lütow auf der Insel Usedom, direkt an der Halbinsel Gnitz, versteckt im Waldgebiet nahe dem alten Kirchsteig, der von Lütow zur Kirche Netzelkow führt. Die Anlage ist Teil einer älteren Kulturlandschaft und gehört zu den am besten erhaltenen Großsteingräbern der Region. Es handelt sich bei dem Bauwerk um ein Ganggrab vom Typ der Holsteiner Kammer, dessen Hünenbett leicht trapezförmig und nord-südlich ausgerichtet ist.
Die Errichtung des Grabes wird der Trichterbecherkultur zugeschrieben, einer Kulturgruppe der Jungsteinzeit, die vor rund sechs Jahrtausenden in weiten Teilen Mitteleuropas lebte. Über einen schmalen Zugang aus Steinplatten konnte das Innere des Grabes betreten werden. Im Zuge archäologischer Untersuchungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden verschiedene Funde geborgen, darunter Keramikgefäße, zahlreiche Flintwerkzeuge sowie Bernsteinschmuck. Diese Artefakte befinden sich heute im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald und geben Aufschluss über die Lebensweise und Bestattungsriten der damaligen Bevölkerung.
Heute sind vom ursprünglichen Bau lediglich das unvollständige Hünenbett sowie einige Tragsteine der Grabkammer erhalten. Die einst vorhandenen Decksteine fehlen vollständig. Mitten in der Grabanlage thront eine alte Buche, die Schätzungen zufolge etwa 350 Jahre alt ist und dem Ort zusätzliche Natürlichkeit und Atmosphäre verleiht. Die Stelle wird von Besuchern als ruhig und mystisch wahrgenommen und lädt zu einer kurzen Rast oder zum Verweilen inmitten der Natur ein. Eine Infotafel vor Ort informiert über die Geschichte und Bedeutung des Großsteingrabs.
Das Großsteingrab Lütow 1 ist ein kleiner, aber eindrucksvoller Zeuge vergangener Epochen. Es lässt sich gut in Wanderungen rund um die Halbinsel Gnitz einbinden und bietet einen Einblick in die Totenrituale der Jungsteinzeit. Die Umgebung ist geprägt von dichten Wäldern und alten Baumbeständen, darunter weitere, sehr alte Eichen, die dem Areal zusätzlich eine historische Note verleihen. Die Lage abseits der touristischen Hauptwege sorgt für eine ruhige und fast schon meditative Stimmung.