St. Leonhard (Braunschweig)
Highlights
- Die romanische St. Leonhard-Kapelle wurde um 1130 als Siechenkapelle für Aussätzige erbaut.
- Im Jahr 1695 erhielt das Gebäude einen barocken Dachreiter mit Kirchenglocke und Wetterfahne.
- Die ehemalige Hufschmiede neben der Kapelle dient seit Mai 2005 als Gemeindehaus Alte Schmiede.
Tipps
- Die angelegte Wegbeleuchtung erleichtert den Zugang zur Kapelle.
- Das ehemalige Schmiedehaus dient heute als Gemeindehaus mit einem zentralen Saal und einer Bibliothek.
Eigenschaften
Sakrale Kultur-Ausflüge in St. Leonhard, Braunschweig
St. Leonhard in Braunschweig ist eine historisch bedeutsame sakrale Anlage, deren Ursprünge bis in die Romanik zurückreichen. Die ursprünglich als Siechenkapelle für Aussätzige errichtete Kapelle „Sankt Leonhard vor Braunschweig“ diente über Jahrhunderte als Zufluchtsort für Menschen, die an Lepra erkrankt waren. Aufgrund der damaligen gesellschaftlichen Umstände durften Syphiliskranke, die im nahegelegenen Siechenhaus wohnten, die Kapelle zeitweise nicht betreten und konnten den Gottesdiensten lediglich vom Opfermannhaus aus folgen.
Im Laufe der Zeit erfuhr das Gebäude zahlreiche architektonische Veränderungen. Das ursprüngliche romanische Dach wurde im barocken Stil mit einem steileren Gefälle neu errichtet, und mittig auf dem Hauptschiff entstand ein barocker Dachreiter mit einer Kirchenglocke und einer datierten Wetterfahne. Die Gewölbe wurden mit Ornamenten und Motiven im frühbarocken Stil ausgemaliert. Diese Deckenmalereien wurden später entdeckt und freigelegt, jedoch in Absprache mit der Denkmalpflege fachgerecht und reversibel wieder übermalt, da sie als nicht sehr hochwertig eingestuft wurden.
Die Anlage überstand verschiedene Bedrohungen, so wurde etwa während der Zeit des Nationalsozialismus ein Abriss der denkmalgeschützten Kapelle für ein neues Polizeipräsidium erwogen. In späteren Jahren wurde das Gebäude umfassend saniert, wobei der Sandsteinboden auf das ursprüngliche Niveau abgesenkt und eine Wegbeleuchtung zur Kapelle angelegt wurde. Die Gemeinde konnte das Gebäude durch die Vermittlung von William Pockels und Walter Kahn, dem Gründer des TUI-Reiseunternehmens, für ihr weiteres Wachstum nutzen.
Ergänzt wird das Ensemble durch die „Alte Schmiede“, die als Gemeindehaus dient. Dieses Gebäude war ursprünglich eine Hufschmiede des herzoglichen Gestüts und beherbergte in seiner langen Geschichte unter anderem eine Schnapsbrennerei, die berittene Polizei sowie das Grünflächenamt. Heute umfasst das Gemeindehaus einen Saal für das vielfältige Gemeindeleben, einen Gesprächsraum mit Bibliothek, eine Küche und ein Büro.
Mit einer Google-Bewertung von 4,70 von 5 Sternen bei 21 Rezensionen wird St. Leonhard als ein geschätzter Ort der Kultur und Spiritualität in Braunschweig wahrgenommen.