Pfarrheim Maria Himmelfahrt
Highlights
- Barocke Kirche Maria Himmelfahrt in Miesbach wurde 1724 erbaut und verbindet romanisches Langhaus mit gotischem Chor.
- 1963 radikal umgestaltet nach Konzilsliturgie, 1999/2000 spätbarocke Wandgliederung und Marienstatue wiederhergestellt.
- Bietet EKP/PEKIP-Kurse und seelsorgerische Begleitung von pränataler Phase bis zur Bestattung an.
Tipps
- Die barocke Ausstattung der Kirche aus dem 18. Jahrhundert zeigt sich in der Kombination aus romanischem Langhaus und gotischem Chorraum.
- Ein rollstuhlgerechter Zugang ermöglicht es Besuchern, die historische Architektur und die Innenräume ohne Barrieren zu erkunden.
- Die Kirche bietet Raum für spirituelle Angebote wie EKP- und PEKIP-Gruppen, die sich an Familien mit Kindern richten und Begleitung anbieten.
Eigenschaften
Kultur & Sakrales im Pfarrheim Maria Himmelfahrt Miesbach
Die Kirche wurde erstmals im Jahr 1312 urkundlich erwähnt und gehörte ursprünglich als Filiale zur Pfarrei Parsberg, deren Ursprünge bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen. Die Herren von Pastberg, die die erste Kirche errichteten, übertrugen das Patronatsrecht an den Bischof von Freising – ein Hinweis auf die enge Verbindung zur frühmittelalterlichen Kirchenorganisation.
Nach dem verheerenden Stadtbrand von 1527 erlebte die Kirche eine grundlegende Neuausstattung im barocken Stil, geprägt von der Miesbach-Schlierseer Stuckatorengruppe. Diese Epoche prägte das Innere mit reicher Verzierung, die jedoch im Laufe der Jahrhunderte an Strahlkraft verlor. Erst unter Pfarrer König erfolgte im 19. Jahrhundert eine romantisch-neuromanische Umgestaltung, die dem Bau eine neue, harmonische Gestalt verlieh. Später, 1936/37, wurde die Kirche im neu-barocken Stil erneuert, um schließlich 1963 im Rahmen der Konzilsliturgie radikal modernisiert zu werden.
Die heutige Gestalt des Gotteshauses spiegelt eine spannende Entwicklung wider: Bei der Renovierung von 1958 wurde im Chorgewölbegemälde die Jahreszahl 1724 freigelegt, die auf einen einschiffigen Neubau aus dieser Zeit hinweist. Dieser verbindet ein romanisches Langhaus mit einem gotischen Chorraum – ein Zeugnis der stetigen Anpassung an veränderte künstlerische und liturgische Bedürfnisse. Die Beschreibung aus dem Jahr 1817 charakterisiert die Kirche als „proportioniert gebaut, licht und gesund“, ein Ideal, das bis heute Gültigkeit besitzt.
Neben ihrer historischen Bedeutung dient das Pfarrheim als Ort der Gemeinschaft und des Austauschs. In Zusammenarbeit mit dem Katholischen Kreisbildungswerk werden hier Programme wie das Eltern-Kind-Programm (EKP) und das Prager-Eltern-Kind-Programm (PEKIP) angeboten, die Familien in verschiedenen Lebensphasen begleiten. Die Beratungsstelle unterstützt zudem mit einem umfassenden Angebot von der pränatalen Phase bis zur Trauerbegleitung – ein Zeichen für die lebendige Verbindung von Spiritualität und sozialem Engagement.
Die Marienstatue, die 1999/2000 wieder an die Ostwand versetzt wurde, unterstreicht die mariologische Prägung des Ortes. Die moderne Farbgestaltung hebt die spätbarocke Wandgliederung hervor und schafft so eine Brücke zwischen historischer Substanz und zeitgemäßer Andacht. Das Pfarrheim Maria Himmelfahrt ist damit nicht nur ein architektonisches Denkmal, sondern auch ein Ort der Stille und des Austauschs für die Miesbacher Gemeinde und ihre Gäste.