Denkmal/Gedenkstätte

Unschlitthaus

Ob. Wörthstraße 26, 90469 Nürnberg

Highlights

  • 1491 erbaut als Kornspeicher für die Reichsstadt Nürnberg, später Sitz des Unschlittamtes für Talgkerzen- und Schmierstoffproduktion.
  • Gotischer Sandsteinbau mit durchbrochenem Treppengiebel und aufwändigem Portal – Teil der Nürnberger Historischen Meile.
  • 1974 mit einem Bronzeguss des Jüngling-Kopfes ergänzt, der älteste Röhrenbrunnen der Stadt wurde hier wiederhergestellt.

Tipps

  • Das Unschlitthaus bietet einen Einblick in die mittelalterliche Architektur mit einem markanten gotischen Portal und einem durchbrochenen Treppengiebel aus Sandstein.
  • Der historische Röhrenbrunnen am Gebäude wurde 1974 wiederhergestellt und durch eine Bronzeskulptur eines Jünglingskopfes ergänzt, die an die Nutzung als Kornspeicher erinnert.
  • Das Bauwerk liegt an der Historischen Meile und verbindet sich thematisch mit weiteren Sehenswürdigkeiten der Reichsstadt Nürnberg aus dem 15. Jahrhundert.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Unschlitthaus Nürnberg – Kulturdenkmal entdecken

Das Unschlitthaus in Nürnberg ist ein faszinierendes Zeugnis mittelalterlicher Baukunst und städtischer Verwaltung. Erbaut 1491 als einer von sieben „Kornkästen“ der Reichsstadt, diente es ursprünglich der Lagerung von Getreide für die Bevölkerung. Sein Name leitet sich vom Unschlittamt ab, einer Behörde, die später für die Verwertung von Talg, Seife und Schmiere aus tierischen Fetten zuständig war – Rohstoffe, die für die ärmeren Schichten der Stadt von großer Bedeutung waren.

Architektonisch besticht das Gebäude durch seine massive Sandsteinkonstruktion und das prächtige gotische Portal mit einem durchbrochenen Treppengiebel. Die stilistische Gestaltung verrät den handwerklichen Meistersinn des Baumeisters Hans Beheim dem Älteren, der auch andere bedeutende Nürnberger Bauwerke prägte. Heute zählt das Unschlitthaus zu den Stationen der Historischen Meile, einem Rundweg, der an die kulturelle und wirtschaftliche Blüte der Reichsstadt erinnert.

Ein besonderes Detail ist der älteste erhaltene Röhrenbrunnen Nürnbergs, der 1974 auf Initiative der Altstadtfreunde wiederhergestellt wurde. An der Fassade thront eine Bronzebüste des Jünglings-Kopfes, ein Werk der Kunstgießerei Lenz, das das historische Erbe des Gebäudes symbolisch unterstreicht. Das Unschlitthaus steht damit nicht nur als Zeugnis städtischer Infrastruktur, sondern auch als Teil des lebendigen kulturellen Gedächtnisses Nürnbergs.

Als Baudenkmal vereint das Haus Geschichte und Alltagsleben der Reichsstadt: Während die Kornspeicherfunktion einst die Versorgung sicherte, wurde das Gebäude später zum Sitz einer Behörde, die aus tierischen Nebenprodukten nutzbare Waren herstellte. Diese Dualität – zwischen Speicher und Verwaltung – macht das Unschlitthaus zu einem einzigartigen Stück Nürnberger Stadtgeschichte, das bis heute Neugierige in seinen Bann zieht.

Wer die Spuren der mittelalterlichen Handwerks- und Verwaltungswelt erkunden möchte, findet im Unschlitthaus eine authentische Station. Das Gebäude steht dabei nicht isoliert, sondern ist Teil eines größeren Netzwerks historischer Orte in Nürnberg, das von der Kaiserburg bis zum Albrecht-Dürer-Haus reicht. Als Teil der Historischen Meile lädt es dazu ein, die Stadtgeschichte lebendig zu erleben – zwischen gotischen Formen und den Spuren eines einst mächtigen Handelsstaates.

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