Stadtschloss
Tipps
- Das Stadtschloss Potsdam ist ein beeindruckendes Ensemble am Alten Markt und dient heute als Sitz des Landtages Brandenburg.
- Interessante Wechselausstellungen finden sich im Foyer des Schlosses, ergänzt durch einen historischen Figurenschmuck an der Fassade.
- Vom Dach der Kantine aus bietet sich ein guter Blick über den Alten Markt bis zur Nikolaikirche.
Eigenschaften
Über Stadtschloss
Das Potsdamer Stadtschloss am Alten Markt ist eine der bedeutendsten kulturhistorischen Stätten der Stadt und des Landes Brandenburg. Ursprünglich ab 1670 als Residenz der brandenburgischen Kurfürsten und später der preußischen Könige erbaut, entwickelte sich das Schloss im Laufe der Jahrhunderte zu einem zentralen Ort der politischen und kulturellen Geschichte. Nach Plänen des Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff im Auftrag Friedrichs des Großen umgebaut, galt es als Hauptwerk des friderizianischen Rokoko. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt und in der DDR schließlich abgerissen. Nach einem Beschluss des Landtages Brandenburg erfolgte von 2010 bis 2013 ein äußerer Wiederaufbau unter Verwendung historischer Bauteile. Seitdem dient das Gebäude als Sitz des brandenburgischen Landtages.
Das Stadtschloss ist das flächengrößte Bauwerk Potsdams und prägt maßgeblich das Stadtbild im Ensemble des Alten Marktes. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Marstall, dem Lustgarten und weiteren barocken und klassizistischen Bauwerken entstand hier ein überregional bedeutsames architektonisches Umfeld. Die Rekonstruktion der Fassade orientiert sich eng an der historischen Formensprache, wobei der Innenausbau zeitgemäß und funktional gestaltet wurde. Besucher haben von der Dachterrasse einen guten Blick auf weitere Sehenswürdigkeiten der historischen Mitte, etwa die Nikolaikirche oder das Alte Rathaus. Im Foyer finden regelmäßig wechselnde Ausstellungen statt, die Einblicke in die politische und kulturelle Gegenwart des Landes geben.
Die Geschichte des Standorts reicht weit zurück. Bereits im 10. Jahrhundert existierte an dieser Stelle eine slawische Festung, die später von den Askaniern übernommen und ausgebaut wurde. Im Zuge der Entwicklung Potsdams zu einer Residenzstadt wurde im 16. Jahrhundert der Neubau des Schlosses beschlossen, das allerdings nie vollendet wurde. Nach mehreren Jahrhunderten wechselnder Nutzung und zunehmendem Verfall wurde das Gebäude im 20. Jahrhundert durch Kriegseinwirkung zerstört. Der Wiederaufbau in der Gegenwart markiert nicht nur eine architektonische, sondern auch eine symbolische Rückkehr des Schlosses in das politische Leben Brandenburgs.
Das Stadtschloss steht für die Verbindung von Geschichte und Gegenwart. Während die Außenfassade die historische Gestalt weitestgehend wiederherstellt, erfüllt das Innere moderne Funktionen als Parlamentsgebäude. Bürgerengagement und private Spenden, darunter eine bedeutende Zuwendung des Unternehmers Hasso Plattner, trugen entscheidend zur Finanzierung des Neubaus bei. Heute ist das Gebäude nicht nur politischer Mittelpunkt, sondern auch ein kultureller Anziehungspunkt, der durch seine zentrale Lage und architektonische Präsenz Besucher aus der Region und darüber hinaus anzieht.