Archäologische Stätte

Archäologisches Freigelände Weimar-Ehringsdorf

99423 Weimar

Highlights

  • Im Steinbruch von Ehringsdorf wurden seit 1908 fossile Überreste früher Neandertaler entdeckt.
  • Die berühmte Schädelkalotte einer etwa 20- bis 30-jährigen Frau fand man 1925 in 18 m Tiefe.
  • Das archäologische Freigelände ist Teil des Museums für Ur- und Frühgeschichte Thüringens.

Tipps

  • Das Gelände ist von April bis Oktober frei zugänglich, im Winter geschlossen.
  • Der Forschungspfeiler im Steinbruch bietet Einblicke in die archäologische Fundstelle und ist begehbar.
  • Nahegelegene Infotafeln und das Museum ergänzen den Besuch mit Hintergrundwissen zur Altsteinzeit.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Archäologisches Freigelände Weimar-Ehringsdorf

Das Archäologische Freigelände Weimar-Ehringsdorf ist eine bedeutende Fundstelle der Altsteinzeit und zählt zu den wichtigsten archäologischen Geländen in Thüringen. Es liegt im Weimarer Ortsteil Ehringsdorf und gehört zum Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens. Die Funde hier belegen die Anwesenheit früher Neandertaler vor mehreren zehntausend Jahren. Besonders bekannt ist die 1925 entdeckte Schädelkalotte einer etwa 20- bis 30-jährigen Frau, die in einer Tiefe von 18 Metern geborgen wurde. Ihre Fundgeschichte reicht zurück bis ins Jahr 1908, als erstmals menschliche Knochen in den Travertin-Steinbrüchen des Ilmtals entdeckt wurden.

Die Fundstelle befindet sich in einem ehemaligen Kalktuff-Steinbruch, der heute größtenteils abgebaut ist. Ein verbleibender Teil, der sogenannte „Forschungspfeiler“, wurde als Zeuge zukünftiger Forschung erhalten. Dieser Pfeiler gewährt Einblicke in die geologischen Schichten, in denen die Fossilien ruhten, und dient als Referenz für spätere wissenschaftliche Untersuchungen. Die Datierung der Funde schwankt, wobei aktuelle Methoden wie Uran-Thorium-Datierung und Elektronenspinresonanz auf ein Alter von etwa 230.000 Jahren hinweisen. Die Überreste zeigen Merkmale, die sowohl archaischen Homo sapiens als auch Neandertalern zugeordnet werden, wobei heute der Neandertaler-Einfluss im Vordergrund steht.

Neben menschlichen Überresten wurden am Fundort zahlreiche Feuersteinartefakte geborgen, darunter Schaber und charakteristische Ehringsdorfer Spitzen. Diese Werkzeuge zeugen von einer bereits fortgeschrittenen Steinbearbeitung und geben Aufschluss über die Lebensweise der damaligen Jäger und Sammler. Die Menschen lebten in einer landschaftlich vielfältigen Region, die von großen Tieren wie Elefanten, Bären und Waldnashörnern geprägt war. Brandstellen im Travertin belegen zudem die Nutzung von Feuer zur Nahrungsverarbeitung und als soziales Element im Alltag.

Das Gelände ist von April bis Oktober frei zugänglich und lässt sich zu Fuß vom Museum aus erreichen. Informations-Tafeln vor Ort erläutern die archäologischen Befunde und bieten Einblicke in die Lebenswelt der Urmenschen. Ein ausgeschilderter Weg führt entlang des Ilm-Parks zum Freigelände. Die Ruhe und Abgeschiedenheit des Ortes wird von Besucher:innen geschätzt, wenngleich die Begehbarkeit des Geländes nur eingeschränkt möglich ist. Die Kombination aus archäologischem Freigelände und der Museumsausstellung ermöglicht einen umfassenden Zugang zur Frühgeschichte der Region.

Bewertungen

4,1 (10) 4.1 aus 10 Bewertungen (Google)

Auf Google

4,1 (10) 4.1 · 10 Bewertungen auf Google
Auf Google ansehen

In der Nähe

Wetter & Pollenflug am Standort

Wetter wird geladen…
7-Tages-Vorhersage…